Mexiko
Salsa cruda
[ sal · sa · kru · da ]
Die ungekochte Salsa: rohe Tomaten, weiße Zwiebel, Chili und Koriander, nur mit Limette und Salz abgeschmeckt. Sie wird gewürfelt, nicht püriert, und am selben Tag gegessen.
Steckbrief
- Herkunft
- Mexiko
- Exotik
- Schon mal gehört
- Aufwand
- 15 Min · einfach
- Ergibt
- ca. 500 g
- Wo kaufen
- Alles aus dem normalen Supermarkt — es hängt allein an reifen Tomaten.
- Nährwerte
- ≈ 10 kcal · 0 g Eiweiß · 0 g Fett · 2 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Zubereitung
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Die Tomaten vierteln und die wässrigen Kerne mit einem Löffel herausstreichen. Das ist der Unterschied zwischen einer Salsa und einer Suppe.
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Das Fruchtfleisch in kleine, gleichmäßige Würfel schneiden.
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Die Zwiebel sehr fein würfeln. Wer sie milder mag, spült sie 5 Minuten in kaltem Wasser ab und lässt sie gut abtropfen.
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Die Chilis längs halbieren. Für eine mildere Salsa Kerne und die weißen Trennwände entfernen — dort sitzt die Schärfe. Dann sehr fein hacken.
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Den Koriander samt der zarten Stiele grob hacken. Die Stiele haben mehr Aroma als die Blätter.
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Alles in einer Schüssel mischen und mit Limettensaft und Salz abschmecken.
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10 bis 15 Minuten ziehen lassen und noch einmal abschmecken — Salz und Säure verschwinden im Tomatenwasser und müssen meist nachgezogen werden.
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Am selben Tag essen. Über Nacht zieht die Salsa Wasser und die Zwiebel wird dominant.
Hintergrund
„Cruda“ heißt roh
Der Name grenzt das Gericht gegen die gekochten und gerösteten Salsas ab, die in Mexiko genauso verbreitet sind. Hier wird nichts erhitzt: die Salsa besteht aus fünf rohen Zutaten und schmeckt exakt so gut wie die Tomaten, die man hineinschneidet. Im Winter mit mehligen Gewächshaustomaten lohnt sie sich nicht.
Würfeln, nicht pürieren
Salsa cruda ist eine Streusalsa mit Biss, keine Sauce. Jede Zutat bleibt als Stück erkennbar, und der Reiz liegt darin, dass man Tomate, Zwiebel und Chili einzeln schmeckt. Im Mixer entsteht ein rosa Getränk.
Weiße Zwiebel, wenn möglich
Die weiße Zwiebel ist schärfer im Antritt, aber sauberer im Nachgeschmack als die gelbe und wird in Mexiko standardmäßig verwendet. Eine gelbe Zwiebel funktioniert, bleibt aber länger im Mund.
Die Stiele des Korianders zählen mit
Die zarten Stiele werden bewusst mitverarbeitet, weil sie kräftiger schmecken als die Blätter allein — wer nur die Blätter zupft, verschenkt einen Teil des Aromas. Nur die dicken, holzigen unteren Enden werden aussortiert.
Mehr als nur ein Dip
Salsa cruda dient in Mexiko nicht nur zum Tunken mit Chips, sondern landet genauso auf Tacos, Eiern oder gegrilltem Fleisch — sie gehört zu den Grundsaucen, die in praktisch jeder mexikanischen Küche griffbereit stehen.
Nachgefragt
Häufige Fragen zu Salsa cruda
Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Ist Salsa cruda dasselbe wie Pico de gallo?
Im Kern ja: gewürfelte rohe Tomaten, weiße Zwiebel, Chili, Koriander, Limette und Salz laufen in Mexiko unter mehreren Namen — salsa cruda betont, dass nichts erhitzt wird, pico de gallo den groben Würfelschnitt, salsa mexicana die Farben Rot, Weiß und Grün. Die Unterschiede sind eher die zwischen zwei Haushalten als die zwischen zwei Gerichten.
Was ist salsa verde cruda — die grüne Version derselben Salsa?
Nein, sie wird nicht aus unreifen Tomaten gemacht, sondern aus Tomatillos, einer eigenen Frucht mit Papierhülle und deutlich säuerlicherem Geschmack. Weil Tomatillos fester sind, arbeitet man sie meist im Mörser oder Mixer zu einer Sauce statt sie zu würfeln. Roh ist sie also auch, steht aber geschmacklich näher an einer scharfen grünen Sauce als an dieser Streusalsa.
Warum findet man unter Salsa cruda auch Spaghetti-Rezepte?
Weil derselbe Name in Italien für etwas anderes steht: salsa cruda di pomodoro ist eine ungekochte Tomatensauce mit Olivenöl, Knoblauch und Basilikum, die über die heiße Pasta kommt und nur von deren Wärme angezogen wird. Die mexikanische Salsa mit Chili, Koriander und Limette gehört zu Chips, Tacos und Gegrilltem — auf Nudeln ergibt sie ein ganz anderes Gericht. Gemeinsam ist beiden nur das Prinzip: rohe Tomaten, kein Topf.
Welche Tomaten funktionieren, und gehen auch Dosentomaten?
Eiertomaten sind die naheliegende Wahl, weil sie fleischig sind und wenig Gelee enthalten. Außerhalb der Saison sind kleine Dattel- oder Kirschtomaten meist aromatischer als große Fleischtomaten — man würfelt sie dann eben entsprechend kleiner. Dosentomaten fallen aus: sie sind vorgekocht, weich und geben Saft ab, damit wird aus der Streusalsa eine Sauce.
Was tun, wenn die Salsa zu scharf oder zu wässrig geworden ist?
Gegen Schärfe hilft nur Verdünnen mit weiteren Tomatenwürfeln, gegen Flüssigkeit ein Sieb: kurz abtropfen lassen und danach Salz und Limette neu abschmecken, weil beides mit dem Saft verschwindet. Sticht die Zwiebel vor, spült man sie beim nächsten Mal 5 Minuten in kaltem Wasser ab — in der fertigen Salsa lässt sich das nicht mehr zurücknehmen.
Kann man Salsa cruda für Gäste vorbereiten?
Schneiden ja, mischen nein: Tomaten, Zwiebel, Chili und Koriander lassen sich vorbereitet und getrennt abgedeckt im Kühlschrank lagern, gesalzen und mit Limette abgeschmeckt wird erst kurz vor dem Essen. Sobald Salz im Spiel ist, ziehen die Tomaten Wasser und die Salsa verliert nach und nach ihren Biss. Reste sind trotzdem kein Verlust — abgetropft passen sie in Rührei, auf Reis oder in eine Suppe.