fooddiez Atlas unbekannter Gerichte

Herkunft

Gerichte aus Kambodscha

Kambodschanische Küche reicht vom Nationalgericht Amok, gedämpftem Fischcurry, über die Nudelsuppe Kuy Teav bis zu Streetfood wie frittierter Vogelspinne. Wir erklären Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Amok, das kambodschanische Nationalgericht, wird traditionell aus Fisch, Kokosmilch und der Gewürzpaste Kroeung – einer Mischung aus Zitronengras, Galgant, Kurkuma und Kaffirlimettenblättern – zubereitet und in einem Bananenblatt-Körbchen gedämpft. Die kambodschanische Küche gilt als eng verwandt mit der thailändischen und vietnamesischen Küche, unterscheidet sich aber durch eine mildere, weniger scharfe Würzung und den intensiven Einsatz von Prahok, einer stark fermentierten Fischpaste, die vielen Gerichten ihre charakteristische Tiefe verleiht. Kuy Teav, eine Reisnudelsuppe mit Schweinefleisch oder Meeresfrüchten, wird meist zum Frühstück gegessen und zeigt durch ihre Zubereitungsart deutliche Einflüsse der chinesischen Einwanderung in Kambodscha.

Frittierte Vogelspinnen gelten vor allem in der Provinz Kampong Cham beziehungsweise der Stadt Skun als Spezialität; ihre Verbreitung als Nahrungsmittel wird von vielen auf die Hungersnot während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in den 1970er-Jahren zurückgeführt, als die Bevölkerung gezwungen war, praktisch jede verfügbare Proteinquelle zu nutzen. Bai Sach Chrouk, gegrilltes, mariniertes Schweinefleisch auf Reis, oft mit eingelegtem Gemüse und einer klaren Suppe serviert, gehört heute zu den beliebtesten Frühstücksgerichten im ganzen Land.

Kambodscha

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Kambodscha

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Was ist Kroeung, und kann ich es fertig kaufen?

Kroeung ist eine kambodschanische Gewürzpaste aus Zitronengras, Galgant, Kurkuma, Knoblauch und Kaffirlimettenblättern, die die Basis vieler Currys und des Nationalgerichts Amok bildet. Fertige Varianten gibt es in manchen asiatischen Lebensmittelgeschäften oder online, frisch zubereitet unterscheidet sich der Geschmack aber deutlich intensiver und aromatischer.

Warum werden in Kambodscha Vogelspinnen gegessen?

Frittierte Vogelspinnen gelten vor allem in der Stadt Skun als Spezialität. Ihre Verbreitung als Nahrungsmittel wird von vielen auf die Hungersnot während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in den 1970er-Jahren zurückgeführt, als die Bevölkerung gezwungen war, praktisch jede verfügbare Proteinquelle zu nutzen – die Tradition hat sich seitdem als Delikatesse gehalten.

Was ist Prahok, und riecht es wirklich so streng wie sein Ruf?

Prahok ist eine stark fermentierte Fischpaste, die als eine der Grundzutaten der khmerischen Küche gilt und vielen Gerichten ihre charakteristische Tiefe verleiht. Der Geruch ist tatsächlich sehr intensiv und für ungewohnte Nasen gewöhnungsbedürftig, im fertigen Gericht verteilt und gekocht wirkt das Aroma jedoch deutlich milder.

Worin unterscheidet sich Amok von einem thailändischen Curry?

Amok wird meist gedämpft statt gekocht, oft direkt in einem Bananenblatt-Körbchen, was ihm eine luftigere, fast souffléartige Textur verleiht. Auch die Gewürzpaste Kroeung unterscheidet sich von thailändischen Currypasten durch eine mildere Schärfe und einen stärkeren Fokus auf Zitronengras und Galgant statt auf Chili.

Was isst man in Kambodscha typischerweise zum Frühstück?

Beliebte Frühstücksgerichte sind die Reisnudelsuppe Kuy Teav, die deutliche chinesische Einflüsse zeigt, sowie Bai Sach Chrouk, gegrilltes mariniertes Schweinefleisch mit Reis, eingelegtem Gemüse und einer klaren Suppe. Beide Gerichte sind an Straßenständen schon früh am Morgen erhältlich.