Libanesische Linsen-Mangold-Suppe
Libanesische Suppe aus roten Linsen und Mangold, mit reichlich Zitrone und Knoblauch abgeschmeckt — bekannt als "Adas bi Hamod" ("saure Linsen").
Herkunft
Libanesische Küche lebt von Mezze zum Teilen: cremiger Hummus, der rauchige Auberginendip Moutabel und Gurkensalat mit Tahini-Dressing. Wir erklären Aussprache und wo die Zutaten in DE, AT und CH zu finden sind.
Ein weit verbreitetes Missverständnis über Tabbouleh: Der Salat ist im Ursprung kein Bulgur-Salat mit etwas Petersilie, sondern eigentlich ein Petersiliensalat mit nur wenig Bulgur — in der klassischen libanesischen Zubereitung überwiegt das frische Kraut deutlich das Getreide, das lediglich Textur und Biss beisteuert. Fattoush, der andere große Levante-Salat, entstand ursprünglich als Resteverwertung: Altbackenes Fladenbrot wurde darin geröstet oder frittiert und mit Gurke, Tomate und Sumach verarbeitet, damit nichts weggeworfen werden musste. Die Mezze-Kultur selbst, also viele kleine Schälchen zum Teilen statt einem großen Hauptgang, ist kein rein libanesisches Konzept, sondern in der gesamten Levante und im östlichen Mittelmeerraum verbreitet und wird meist gemeinsam und langsam über Stunden gegessen. Kibbeh, oft als Nationalgericht bezeichnet, gibt es in zahlreichen Varianten: gebacken, frittiert oder als Kibbeh Nayyeh roh zubereitet, ähnlich einem Steak Tartare aus fein geklopftem Lammhack mit Bulgur. Die libanesische Küche trägt zudem deutliche Spuren der über 400 Jahre währenden osmanischen Herrschaft sowie der späteren französischen Mandatszeit im 20. Jahrhundert, die etwa süßes Blätterteig-Gebäck und französische Backwaren nach Beirut brachte. Nicht zuletzt lebt ein großer Teil der libanesischen Gerichte, die man heute weltweit kennt, von der sehr großen libanesischen Diaspora: Schätzungen gehen davon aus, dass deutlich mehr Menschen libanesischer Abstammung außerhalb des Libanon leben als im Land selbst.
Libanesische Suppe aus roten Linsen und Mangold, mit reichlich Zitrone und Knoblauch abgeschmeckt — bekannt als "Adas bi Hamod" ("saure Linsen").
[ mu·ta· BEL ]
Rauchig-cremiger levantinischer Auberginendip aus über offener Flamme gegarter Aubergine, Tahini, Knoblauch und Zitrone — mit Baba Ghanoush eng verwandt, aber cremiger und rauchiger.
Ein einfacher, erfrischender levantinischer Salat aus dünn geschnittenen Gurken mit einem cremigen Tahini-Zitronen-Dressing, oft mit Sumach für eine zusätzliche Säurenote bestäubt.
[ HUM ·mus ]
Ein cremiger levantinischer Dip aus pürierten Kichererbsen, Tahini, Zitronensaft und Knoblauch — eines der bekanntesten und am weitesten exportierten Gerichte der Nahost-Küche, mit Olivenöl und Paprika serviert.
Für diese Auswahl ist noch kein Gericht online.
Nachgefragt
Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Nein, das ist ein weit verbreitetes Missverständnis: In der klassischen libanesischen Zubereitung überwiegt frische Petersilie deutlich, Bulgur wird nur in kleiner Menge für Textur zugegeben. Viele im Ausland verkaufte Versionen drehen dieses Verhältnis um und servieren stattdessen einen Getreidesalat mit etwas Kraut.
Hummus wird aus pürierten Kichererbsen mit Tahini, Zitrone und Knoblauch zubereitet, Moutabel dagegen aus gegrillter, geräucherter Aubergine mit ähnlichen Gewürzen. Moutabel schmeckt dadurch deutlich rauchiger und ist meist etwas cremiger als klassischer Hummus, wird aber ähnlich als Dip zum Fladenbrot gereicht.
Beide Zutaten finden sich mittlerweile oft im Weltküche-Regal größerer Supermärkte, zuverlässiger aber in türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäften. Tahini, die Sesampaste, lässt sich bei Bedarf auch online in größerer Auswahl beziehen, ebenso wie der säuerliche, rote Sumach.
Kibbeh Nayyeh ist eine rohe Variante des libanesischen Nationalgerichts Kibbeh aus fein geklopftem Lammhack mit Bulgur, Gewürzen und Zwiebeln, vergleichbar mit einem Steak Tartare. Daneben gibt es Kibbeh auch gebacken oder frittiert als Bällchen, meist mit einer Füllung aus Hack und Pinienkernen.
Die Mezze-Kultur, viele kleine Schälchen zum Teilen, ist in der gesamten Levante verbreitet und darauf ausgelegt, gemeinsam über Stunden hinweg zu essen und zu reden. Es geht weniger um Sättigung durch einen Gang als um Vielfalt und geselliges Zusammensein am gemeinsamen Tisch.