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Herkunft

Gerichte aus Nigeria

Nigerias Küche zeigt sich in der Egusi-Suppe von ihrer nussig-cremigen Seite: gemahlene Melonenkerne binden Palmöl, Fleisch und Blattgemüse zu einer kräftigen Sauce — mit Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Mit über 250 ethnischen Gruppen ist auch die nigerianische Küche entsprechend vielfältig: Yoruba-, Igbo- und Hausa-Küche unterscheiden sich in Gewürzen und Hauptzutaten teils deutlich voneinander. Palmöl ist eine der am häufigsten verwendeten Fette, gestampfter Yams oder Fufu dienen als sättigende Beilage zu den meisten Eintöpfen und Suppen.

Jollof Rice, das würzige Tomaten-Reisgericht, ist zwar westafrikanisch und nicht allein nigerianisch, wird aber in Nigeria mit einer solchen Hingabe zubereitet, dass sich daraus ein bis heute anhaltender, meist humorvoll geführter Streit mit Ghana entwickelt hat, wer die bessere Version kocht — die sogenannten „Jollof Wars“ sind in Westafrika und der Diaspora ein fester popkultureller Running Gag. Suya, würzig marinierte und über Holzkohle gegrillte Fleischspieße, stammt ursprünglich aus dem Norden Nigerias von der Volksgruppe der Hausa und wird traditionell mit Yaji bestreut, einer Gewürzmischung aus gemahlenen Erdnüssen, Chili und weiteren Gewürzen; heute ist Suya im ganzen Land als Straßenimbiss am Abend verbreitet. Pfeffersuppe, eine sehr scharfe, klare Brühe mit Fleisch oder Fisch, gilt vielerorts als Hausmittel gegen Erkältungen und wird traditionell auch Wöchnerinnen nach der Geburt gegeben, da sie als wärmend und kräftigend gilt. Neben Fufu aus Yams gehört auch Garri, geriebene und fermentierte Maniok, zu den wichtigsten sättigenden Beilagen, den sogenannten „Swallows“: Man formt daraus mit der Hand kleine Klumpen, die man in Suppe oder Sauce taucht, ohne dabei Besteck zu benutzen. Auch reife Kochbananen, Dodo genannt und in Scheiben in Palmöl gebraten, sind fester Bestandteil vieler nigerianischer Mahlzeiten und werden meist als süßlich-herzhafte Beilage zu Reis- oder Bohnengerichten serviert. Moin-Moin, ein gedämpfter Pudding aus eingeweichten und pürierten schwarzäugigen Bohnen mit Zwiebeln, Pfeffer und Öl, wird oft in Blättern oder kleinen Schälchen gegart und ist sowohl als Beilage bei Feiern als auch als eigenständiges Gericht zum Frühstück beliebt. Ziegenfleisch spielt in der nigerianischen Küche zudem eine deutlich größere Rolle als in vielen europäischen Küchen und findet sich häufig in Pfeffersuppen, Eintöpfen und auf dem Grill wieder. Bei größeren Feiern wie Hochzeiten oder Taufen gehört es zudem fast immer dazu, mehrere dieser Gerichte gleichzeitig anzubieten, sodass Gäste zwischen Jollof Rice, gegrilltem Fleisch, Moin-Moin und verschiedenen Suppen frei wählen können, statt einem festen Menüablauf zu folgen.

Nigeria

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Nigeria

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Wer hat wirklich das bessere Jollof Rice, Nigeria oder Ghana?

Das lässt sich objektiv nicht beantworten und ist genau deshalb ein bis heute anhaltender, meist humorvoll geführter Streit zwischen beiden Ländern, die sogenannten "Jollof Wars". Beide Versionen unterscheiden sich in Reissorte und Gewürzung, gelten aber jeweils zu Recht als eigenständig gut.

Was ist Yaji und wofür wird es verwendet?

Yaji ist eine nordnigerianische Gewürzmischung aus gemahlenen Erdnüssen, Chili und weiteren Gewürzen, die traditionell über Suya, gegrillte Fleischspieße, gestreut wird. Sie stammt ursprünglich von der Volksgruppe der Hausa und ist mittlerweile im ganzen Land als Straßenimbiss-Gewürz beliebt und weit verbreitet.

Warum isst man Fufu und Garri ohne Besteck?

Die sättigenden Beilagen, genannt "Swallows", werden traditionell mit der Hand zu kleinen Klumpen geformt und in Suppe oder Sauce getaucht; das gehört zur Esskultur und nicht zum Fehlen von Besteck. Vor dem Essen wäscht man sich deshalb üblicherweise gründlich die Hände.

Wo bekomme ich Egusi-Kerne und Palmöl in Deutschland?

Beides findet sich zuverlässig in afrikanischen Lebensmittelgeschäften, die es in größeren Städten inzwischen häufiger gibt, sowie in einigen asiatischen Supermärkten. Online-Shops für afrikanische Zutaten sind eine weitere gute Bezugsquelle, falls kein Laden in der Nähe ist und man beides nicht findet.

Wofür wird Pfeffersuppe traditionell gegessen?

Die sehr scharfe, klare Brühe mit Fleisch oder Fisch gilt in Nigeria vielerorts als Hausmittel gegen Erkältungen und wird traditionell auch Wöchnerinnen nach der Geburt gegeben, da man ihr eine wärmende und kräftigende Wirkung zuschreibt, gerade in der Erholungsphase.