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Herkunft

Gerichte aus Philippinen

Philippinische Gerichte spielen mit Süße und Säure: Sinigang als saure Suppe, Menudo Filipino als Schmorgericht und Halo-Halo als Eisdessert — mit Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Die philippinische Küche ist über Jahrhunderte durch malaiische, chinesische, rund 300 Jahre spanische Kolonialherrschaft und später US-amerikanischen Einfluss geprägt worden, eine Mischung, die sich in kaum einer anderen südostasiatischen Küche in dieser Form findet. Adobo, ein in Essig, Sojasauce und Knoblauch geschmortes Fleischgericht, gilt vielen als informelles Nationalgericht und geht auf eine ursprünglich zur Haltbarmachung von Fleisch entwickelte Konservierungsmethode zurück, die lange vor Kühlschränken praktikabel war. Sinigang, die saure Suppe, wird je nach Region mit unterschiedlichen Säuerungsmitteln zubereitet: Am verbreitetsten ist Tamarinde, in manchen Gegenden kommen aber auch Guave, Kamias oder sogar unreife Mangos zum Einsatz, was den Geschmack deutlich verändert. Charakteristisch für viele philippinische Gerichte ist generell das Spiel zwischen sauer, salzig und süß, oft in ein und demselben Gericht vereint. Halo-Halo, wörtlich Mischmasch, bringt dieses Prinzip auch ins Dessert: Unter zerstoßenem Eis verbergen sich üblicherweise süße Bohnen, Gelatinewürfel, Ube-Creme aus violetter Süßkartoffel und Karamellpudding, alles übergossen mit gezuckerter Kondensmilch. Traditionell wird auf den Philippinen, besonders auf dem Land, mit den Händen gegessen, eine Praxis, die als Kamayan bekannt ist und heute auch in gehobeneren Restaurants gezielt als Erlebnis wiederbelebt wird. Zu festlichen Anlässen gehört zudem oft Lechon, ein ganzes, über Stunden am Spieß gegrilltes Spanferkel.

Philippinen

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Philippinen

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Warum ist Adobo so unterschiedlich, je nachdem wo man es bestellt?

Adobo ist kein festes Rezept, sondern eine Zubereitungsmethode aus Essig, Sojasauce, Knoblauch und Lorbeer, die je nach Region und Familie variiert. Manche Versionen sind dunkler und süßer mit mehr Sojasauce, andere heller und säuerlicher, auch Hühnchen, Schweinefleisch oder eine Mischung aus beidem sind gängig.

Was für ein Säuerungsmittel steckt eigentlich in Sinigang?

Am häufigsten wird Tamarinde verwendet, die der Suppe ihre charakteristische Säure gibt. Je nach Region kommen aber auch andere saure Früchte wie Guave, Kamias oder unreife Mango zum Einsatz. Fertige Sinigang-Mix-Päckchen aus dem asiatischen Supermarkt enthalten meist bereits ein pulverisiertes Tamarinden-Konzentrat als praktische Alternative.

Was ist in Halo-Halo eigentlich drin?

Die genaue Zusammensetzung variiert, typisch sind aber zerstoßenes Eis, gesüßte Bohnen, Gelatinewürfel, Ube-Creme aus violetter Süßkartoffel, ein Stück Karamellpudding (Leche Flan) und gezuckerte Kondensmilch, die über allem verteilt wird. Vor dem Essen wird alles gut durchgemischt, daher der Name Mischmasch.

Isst man auf den Philippinen wirklich mit den Händen?

Ja, diese Praxis heißt Kamayan und ist vor allem auf dem Land und bei traditionellen Festessen verbreitet, bei denen Reis und Beilagen direkt auf Bananenblättern serviert werden. In Städten und im Alltag wird heute aber ganz normal mit Löffel und Gabel gegessen.

Was ist Lechon und wann wird es serviert?

Lechon ist ein ganzes, über offenem Feuer am Spieß gebratenes Spanferkel mit besonders knuspriger Haut. Es gilt als klassisches Festgericht für Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten oder Weihnachten und wird selten im Alltag, sondern eher zu besonderen Anlässen zubereitet.