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Herkunft

Gerichte aus Schweiz

Schweizer Küche verbindet Kartoffeln, Käse und Fleisch: Rösti, Zürcher Geschnetzeltes und Schweizer Käseschnitzel gehören zu den bekanntesten Klassikern — mit Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Zwischen der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz bestehen deutliche kulinarische Unterschiede, die in etwa dem sogenannten Röstigraben folgen — benannt nach dem Rösti-Gericht, das in der Deutschschweiz besonders verbreitet ist. Käse und Kartoffeln bilden dabei in nahezu allen Landesteilen eine wiederkehrende Grundlage der traditionellen Küche.

Fondue und Raclette, zwei der international bekanntesten Schweizer Spezialitäten, stammen ursprünglich aus den französischsprachigen Alpenregionen der Westschweiz und dem Kanton Wallis, wo geschmolzener Käse traditionell eine einfache, sättigende Mahlzeit für Bergbauern und Hirten war. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden beide Gerichte, unter anderem durch gezielte Werbung von Käseherstellern, zu gesamtschweizerischen und international bekannten Symbolen der Landesküche. Im italienischsprachigen Kanton Tessin wiederum zeigt sich die Nähe zu Norditalien deutlich: Polenta, Risotto und Pasta prägen dort den Speiseplan stärker als Kartoffelgerichte. Zürcher Geschnetzeltes, dünne Kalbfleischstreifen in einer cremigen Sauce mit Champignons und Weißwein, entstand als schnell zubereitetes Gericht der Zürcher Stadtküche und gilt heute als einer der bekanntesten Exportschlager der Deutschschweizer Küche. Der Begriff Röstigraben wird inzwischen übrigens nicht nur kulinarisch, sondern auch häufig verwendet, um kulturelle und politische Unterschiede zwischen den Sprachregionen der Schweiz zu beschreiben, was zeigt, wie tief das einfache Kartoffelgericht im nationalen Selbstverständnis verankert ist. Schweizer Käseschnitzel, eine mit Käse überbackene Variante des klassischen Schnitzels, findet sich in ganz ähnlicher Form auch in der österreichischen Küche und zeigt, wie durchlässig die kulinarischen Grenzen entlang der Landessprachen in der Praxis oft sind. Insgesamt zählt die Schweiz zu den Ländern mit der größten Käsevielfalt Europas, mit hunderten lokal geschützten Sorten, von denen viele traditionell noch in kleinen Alpkäsereien während der Sommermonate hergestellt werden.

Schweiz

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Schweiz

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Was ist der Unterschied zwischen Fondue und Raclette?

Bei Fondue wird Käse gemeinsam in einem Topf geschmolzen und mit Brotstücken aufgetunkt, bei Raclette wird ein halber Käselaib erhitzt und die geschmolzene Schicht direkt auf Kartoffeln, Gemüse oder Fleisch abgeschabt. Beide stammen ursprünglich aus den Alpenregionen der Westschweiz, unterscheiden sich aber deutlich in Zubereitung und Tischritual.

Was bedeutet der Begriff Röstigraben?

Der Röstigraben bezeichnet die kulturelle und sprachliche Grenze zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz, benannt nach dem Kartoffelgericht Rösti, das in der Deutschschweiz besonders verbreitet ist. Der Begriff wird heute weit über die Küche hinaus verwendet, etwa um unterschiedliche politische Einstellungen zwischen den Sprachregionen zu beschreiben.

Ist Schweizer Käse überall im Land gleich?

Nein, die Schweiz hat eine der größten Käsevielfalten Europas mit hunderten regional geschützten Sorten. Viele davon werden noch traditionell in kleinen Alpkäsereien während der Sommermonate hergestellt, wenn die Kühe auf die Alpweiden getrieben werden, was Geschmack und Textur je nach Region deutlich unterscheidet.

Warum heißt es Zürcher Geschnetzeltes?

Das Gericht aus dünnen Kalbfleischstreifen in Rahmsauce mit Champignons stammt ursprünglich aus der Stadtküche Zürichs und wurde dort als schnell zubereitetes, aber elegantes Gericht bekannt. Der Name bezieht sich direkt auf die Herkunftsstadt und die charakteristische Zubereitungsart des Geschnetzelten, also in feine Streifen geschnittenen Fleisches.

Ist Käseschnitzel eine Schweizer Erfindung?

Käseschnitzel, ein mit Käse überbackenes Schnitzel, ist in sehr ähnlicher Form auch aus der österreichischen Küche bekannt, weshalb sich eine eindeutige alleinige Herkunft schwer belegen lässt. In der Praxis zeigt das Gericht vor allem, wie durchlässig sich kulinarische Traditionen zwischen deutschsprachigen Alpenländern über die Landesgrenzen hinweg entwickelt haben.