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Herkunft

Gerichte aus Taiwan

Taiwanische Küche ist bekannt für Niu Rou Mian als Rindfleischsuppe, Lu Rou Fan mit geschmortem Hackfleisch und Jasmin-Milchtee mit Boba — mit Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Taiwan gilt als Geburtsort des Bubble Tea: In den 1980er-Jahren entwickelten Teehäuser in Taichung erstmals die Kombination aus Milchtee und Tapioka-Perlen, die sich seither weltweit verbreitet hat. Die Nachtmärkte Taiwans, auf denen Gerichte wie Niu Rou Mian traditionell im Stehen gegessen werden, sind fester Bestandteil der alltäglichen Esskultur.

Ein weiterer wichtiger Einfluss kam 1949 mit dem Rückzug der Kuomintang-Regierung nach Taiwan: Zusammen mit den Streitkräften kamen Köche aus ganz China auf die Insel und brachten Regionalküchen wie die sichuanesische und die shanghainesische mit, die sich seither mit der einheimischen taiwanischen und der von der japanischen Kolonialzeit geprägten Küche vermischt haben. Niu Rou Mian selbst existiert in mehreren Varianten: als klare Brühe (Qing Dun) oder als kräftig mit Sojasauce und Chilibohnenpaste geschmorte Version (Hong Shao), die in Taiwan inzwischen als die verbreitetere gilt. Zum typischen taiwanischen Frühstück gehören außerdem gebratene Teigstangen (Youtiao), Sojamilch (Doujiang) und gefüllte Eierpfannkuchen (Danbing), die an Straßenständen frisch zubereitet werden.

Auf den Nachtmärkten gehören auch der Austern-Omelett (O-a-chian) und der „stinkende Tofu“ (Chou Doufu) zu den bekanntesten Snacks – Letzterer wird durch eine lange Fermentation in einer stark riechenden Salzlake haltbar gemacht und anschließend frittiert oder gedämpft serviert. Die indigenen austronesischen Völker Taiwans, die die Insel lange vor der Ankunft chinesischer Siedler bewohnten, prägen bis heute eigene kulinarische Traditionen, etwa mit Hirse, Wildgemüse und in Bambusrohr gegartem Reis, die sich deutlich von der chinesisch geprägten Mehrheitsküche unterscheiden.

Taiwan

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Taiwan

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Was bedeutet "Boba" eigentlich, und ist das dasselbe wie Bubble Tea?

Boba bezeichnet die Tapiokaperlen selbst, die dem Milchtee seine charakteristische Textur geben, während Bubble Tea der Name für das gesamte Getränk ist. In Taiwan wird oft auch von "Zhen Zhu Nai Cha" (Perlenmilchtee) gesprochen. Je nach Region und Anbieter variiert, ob mit "Boba" die Perlen oder das komplette Getränk gemeint sind, im Kern beschreiben beide Begriffe dieselbe Grundidee.

Wo bekomme ich in Deutschland gute Tapiokaperlen für Bubble Tea?

Getrocknete oder vorgekochte Tapiokaperlen gibt es in asiatischen Supermärkten sowie online, oft zusammen mit den passenden dicken Trinkhalmen. Wichtig ist der Unterschied zwischen sofort verwendbaren und getrocknet gelagerten Perlen, die vor Gebrauch länger gekocht werden müssen – die Verpackungsangaben zur Zubereitung sollten daher genau beachtet werden, da Kochzeiten je nach Produkt stark variieren.

Ist Niu Rou Mian dasselbe wie normale Nudelsuppe?

Niu Rou Mian ist eine spezifische Rindfleisch-Nudelsuppe, die es in Taiwan in mehreren Varianten gibt: mit klarer Brühe oder mit einer kräftigeren, in Sojasauce und Chilibohnenpaste geschmorten Brühe (Hong Shao). Die Nudeln sind meist dicke Weizennudeln, das Fleisch wird oft stundenlang mitgeschmort. Die geschmorte Variante gilt in Taiwan mittlerweile als die verbreitetere der beiden.

Was genau ist "stinkender Tofu", und schmeckt er wirklich so streng wie er riecht?

Chou Doufu wird durch eine mehrtägige Fermentation in einer Salzlake mit Gemüse und Kräutern haltbar gemacht, wodurch der intensive Geruch entsteht. Der Geschmack ist deutlich milder als der Geruch vermuten lässt, meist wird er frittiert und mit eingelegtem Kohl und einer scharfen Sauce serviert. Viele Taiwaner schätzen ihn gerade wegen dieses Kontrasts zwischen Geruch und tatsächlichem Geschmack.

Ist Lu Rou Fan dasselbe wie chinesisches Hackfleisch mit Reis?

Lu Rou Fan wird speziell aus kleinwürfelig geschnittenem, nicht durchgedrehtem Schweinebauch hergestellt, der stundenlang in einer Sauce aus Sojasauce, Reiswein, Zucker und Gewürzen geschmort wird, bis er butterzart ist. Das unterscheidet es von westlichen Hackfleisch-Reis-Gerichten schon in der Fleischstruktur. Serviert wird es klassisch über weißem Reis, oft mit einem gekochten Ei und eingelegtem Gemüse.