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Malaysia

Nasi Kandar

Nasi Kandar ist ein malaysisches Reisgericht aus Penang, bei dem Gäste sich Reis mit einer Auswahl verschiedener Currys (Hähnchen, Rind, Ei, Gemüse) zusammenstellen. Am Ende gießt der Verkäufer übrig gebliebene Saucen zu einer einzigen, komplexen "Banjir"-Sauce zusammen und flutet damit den Teller — jede Portion schmeckt dadurch ein kleines bisschen anders.

Steckbrief

Herkunft
Malaysia · Penang
Exotik
Nie gehört
Aufwand
90 Min · aufwendig
Ergibt
4 Portionen
Wo kaufen
Curryblätter und Belacan (Garnelenpaste) im asiatischen Supermarkt — in größeren Asia-Märkten oder online erhältlich, notfalls mit normalem Currypulver und Fischsauce ersetzbar.
Nährwerte
≈ 810 kcal · 53 g Eiweiß · 33 g Fett · 71 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Nasi Kandar, malaysischer Reis mit mehreren Currys und der Banjir-Mischsauce übergossen
Malaysia · Penang

Zubereitung

  1. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer zu einer feinen Paste verarbeiten.

  2. Paste in Öl bei mittlerer Hitze anbraten, Currypulver, Chilipulver und Curryblätter zugeben und kurz mitrösten, bis es intensiv duftet.

  3. Hähnchenstücke zugeben und von allen Seiten in der Gewürzpaste anbraten.

  4. Tomaten und Kartoffeln zugeben, kurz mitschmoren.

  5. Mit Kokosmilch aufgießen, mit Salz und etwas Zucker abschmecken.

  6. Zugedeckt bei kleiner Hitze 30 bis 40 Minuten köcheln, bis das Fleisch gar und die Sauce eingedickt ist.

  7. Reis auf Tellern verteilen, mit Currysauce, Fleisch und Ei belegen.

  8. Nach Belieben mehrere Currysaucen zu einer gemeinsamen "Banjir"-Sauce vermischen und großzügig über den Reis gießen.

Hintergrund

Warum Nasi Kandar aus Penang kommt und ein Straßengericht ist

Nasi Kandar entstand als Straßengericht in Georgetown, der Hauptstadt der malaysischen Insel Penang, wo indisch-muslimische Händler traditionell Reis mit verschiedenen Currys zum Frühstück oder späten Abendessen verkauften. Der Name leitet sich vom malaiischen Wort „kandar“ ab, das die Bambusstange bezeichnet, mit der fliegende Händler früher zwei Körbe voller Currytöpfe über den Schultern balancierten und durch die Straßen trugen, um ihre Ware direkt an Passanten zu verkaufen. Diese Straßenverkäufer-Kultur geht auf die sogenannte „Mamak“-Gemeinschaft zurück, tamilisch-muslimische Einwanderer, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Malaysia kamen und bis heute einen großen Teil der malaysischen Straßenküche prägen.

Warum die Banjir-Sauce das eigentliche Herzstück ist

Das namensgebende Merkmal von Nasi Kandar ist „Banjir“, wörtlich „überflutet“ — die Praxis, mehrere Curry-Saucen am Ende des Verkaufstisches miteinander zu vermischen und großzügig über den Reis zu gießen. Diese Mischung verschiedener Currys ergibt eine komplexe, schichtweise Geschmackstiefe, die keine einzelne Sauce allein erreichen könnte, und macht jede Portion Nasi Kandar praktisch einzigartig, je nachdem, welche Currys an dem Tag gerade zur Verfügung standen. In vielen traditionellen Lokalen wird der Preis erst nach dem Essen berechnet, abhängig davon, wie viele Currys und Beilagen man sich genommen hat — eine Praxis, die Nasi Kandar von Gerichten mit festen Preisen deutlich unterscheidet.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Nasi Kandar

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Was bedeutet "Banjir" bei Nasi Kandar?

Wörtlich "überflutet" — die Praxis, mehrere übrig gebliebene Curry-Saucen zu vermischen und großzügig über den Reis zu gießen.

Ist Nasi Kandar ein Frühstücksgericht?

Traditionell wird es in Penang häufig zum Frühstück oder späten Abendessen gegessen, heute aber zu praktisch jeder Tageszeit.

Woher kommt der Name "Kandar"?

Von der Bambusstange, mit der fliegende Straßenhändler früher zwei Körbe voller Currytöpfe über den Schultern trugen.

Kann man Nasi Kandar auch vegetarisch machen?

Ja, mit Gemüse-, Ei- und Tofucurrys statt Fleisch lässt sich das Prinzip problemlos vegetarisch umsetzen.

Wie scharf ist Nasi Kandar normalerweise?

Das variiert stark je nach Verkäufer und verwendeten Currys, lässt sich zuhause aber über die Chilimenge gut selbst steuern.

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