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Taiwan

Jasmin-Milchtee mit Boba

[ bo · ba ]

Kalter, kräftig gebrühter Jasmin-Grüntee mit Milch über einer Schicht warmer, in braunem Zuckersirup gezogener Tapiokaperlen. Der Tee ist blumig und leicht herb, die Perlen sind fast geschmacklos — es geht um deren zähen Biss.

Steckbrief

Herkunft
Taiwan
Exotik
Kennt man
Aufwand
75 Min · einfach
Ergibt
2 große Gläser (je ca. 500 ml)
Wo kaufen
Getrocknete Tapiokaperlen und loser Jasmin-Grüntee im Asia-Markt — Strohhalme mit 12 mm gleich mitnehmen, normale sind zu dünn.
Nährwerte
≈ 360 kcal · 3 g Eiweiß · 4 g Fett · 79 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Jasmin-Milchtee mit schwarzen Boba-Perlen in zwei hohen Gläsern
Taiwan

Zubereitung

  1. Für den Sirup den braunen Zucker mit 60 ml Wasser aufsetzen, unter Rühren auflösen und 3 bis 4 Minuten leise köcheln, bis er leicht dickflüssig ist. In eine Schale umfüllen und beiseitestellen.

  2. 1 l Wasser sprudelnd aufkochen. Das Verhältnis ist wichtig: mindestens die achtfache Wassermenge, sonst geben die Perlen so viel Stärke ab, dass sie zusammenkleben.

  3. Die Perlen einstreuen und einmal umrühren, damit sie nicht am Boden haften. Sie sinken zunächst ab und steigen nach 1 bis 2 Minuten an die Oberfläche.

  4. Erst dann die Hitze auf mittleres Sieden zurücknehmen, den Deckel auflegen und 25 bis 30 Minuten kochen, dabei zwei- bis dreimal umrühren.

  5. Die Hitze abschalten und die Perlen zugedeckt weitere 25 Minuten im Wasser ziehen lassen. Dieser zweite Schritt ist der, der oft fehlt: gekocht wird die Perle außen weich, durchgezogen erst innen. Ohne das Ziehen bleibt ein harter, weißer Kern.

  6. Abgießen und kurz — wirklich nur wenige Sekunden — kalt abbrausen. Das spült die lose Stärke ab und stoppt das Nachgaren. Länger kühlen macht die Perlen wieder fest.

  7. Die abgetropften Perlen in den braunen Zuckersirup geben und mindestens 10 Minuten darin stehen lassen. Sie sind von sich aus fast geschmacklos und holen sich die Süße aus dem Sirup.

  8. Für den Tee 400 ml Wasser aufkochen und 3 bis 4 Minuten offen stehen lassen, bis es auf etwa 80 bis 85 °C gefallen ist. Den Jasmintee darin 3 bis 4 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die doppelte Blattmenge ist Absicht — Milch und Eis verdünnen den Tee erheblich, ein normal dosierter verschwindet dahinter.

  9. Den Tee auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Heiß gegossen schmilzt er das Eis sofort und der Milchtee wird wässrig.

  10. Perlen samt zwei Esslöffeln Sirup in die Gläser geben, Eiswürfel darauf, dann den Tee einfüllen und zuletzt die kalte Milch angießen — so entsteht die typische Wolke.

  11. Umrühren, Strohhalm hineinstellen und trinken. Boba warten nicht: nach etwa vier Stunden sind sie zäh, im Kühlschrank schon nach einer.

Hintergrund

Boba, Bubble Tea, Zhenzhu Naicha

Der Milchtee mit Tapiokaperlen entstand in den 1980er Jahren in Taiwan; welches Teehaus zuerst darauf kam, ist bis heute umstritten und wird von mehreren beansprucht. Auf Chinesisch heißt er zhenzhu naicha, „Perlen-Milchtee“ — die Perlen sind gemeint. Die „bubbles“ im englischen Namen sind dagegen ursprünglich nicht die Perlen, sondern der Schaum, der entsteht, wenn der Tee mit Eis geschüttelt wird.

Die Perle wird zweimal gegart

Tapiokaperlen sind gepresste Stärke aus der Maniokwurzel, dunkel gefärbt und praktisch geschmacksneutral. Ihr ganzer Sinn ist die Textur: außen glatt, innen zäh-elastisch, im Taiwanesischen mit „QQ“ beschrieben. Diese Textur entsteht in zwei Schritten — Kochen und anschließendes Ziehen ohne Hitze. Wer nach der Kochzeit sofort abgießt, hat weiche Perlen mit hartem Kern und wird das nicht mehr korrigieren können.

Warum der Tee stärker gebrüht wird

Ein Milchtee muss gegen Milch und schmelzendes Eis anschmecken, also wird der Tee doppelt dosiert. Was er nicht verträgt, ist Hitze: Grüntee wird bei kochendem Wasser oder zu langer Ziehzeit bitter, und Bitterkeit ist das Einzige, was die Milch nicht überdeckt. 80 bis 85 °C und vier Minuten sind die Grenze — dafür bleibt der Jasmin blumig statt seifig.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Jasmin-Milchtee mit Boba

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Woher kommt Bubble Tea, und was heißt „Boba"?

Der Milchtee mit Tapiokaperlen entstand in den 1980er Jahren in Taiwan; welches Teehaus zuerst darauf kam, beanspruchen mehrere für sich und es ist bis heute nicht geklärt. Auf Chinesisch heißt er zhenzhu naicha, „Perlen-Milchtee". „Boba" ist ein umgangssprachlicher Name für die Perlen selbst, der sich im Englischen für das ganze Getränk durchgesetzt hat. Die „bubbles" waren ursprünglich nicht die Perlen, sondern der Schaum vom Schütteln mit Eis.

Was sind Tapiokaperlen — und schmecken sie nach etwas?

Sie bestehen aus Tapiokastärke, also aus der Maniokwurzel, sind zu Kugeln gerollt und dunkel gefärbt. Von sich aus schmecken sie fast nach nichts; ihre Aufgabe ist die Textur, außen glatt und innen zäh-elastisch, in Taiwan mit „QQ" beschrieben. Die Süße holen sie sich aus dem braunen Zuckersirup, in dem sie nach dem Kochen mindestens 10 Minuten ziehen.

Warum bleiben die Perlen innen hart oder werden matschig?

Hart bleiben sie, wenn das Ziehen nach dem Kochen ausgelassen wurde — die 25 Minuten zugedeckt ohne Hitze garen erst die Mitte —, wenn zu wenig Wasser im Topf war oder wenn die Packung lange offen stand und die Perlen ausgetrocknet sind. Zu langes Kühlen unter dem Wasserhahn macht sie ebenfalls wieder fest. Matschig werden sie durch zu lange Kochzeit oder sprudelndes Kochen statt mittlerem Sieden.

Kann man gekochte Boba aufbewahren oder vorbereiten?

Nur sehr kurz. In ihrem Sirup bei Zimmertemperatur sind sie etwa vier Stunden gut; danach werden sie zäh und trocken. Der Kühlschrank ist der schlechteste Ort — dort werden sie innerhalb einer Stunde hart, und das lässt sich nicht rückgängig machen. Einfrieren zerstört sie ganz. Getrocknete Perlen halten sich dagegen in der verschlossenen Tüte lange, deshalb kocht man immer nur die Menge, die getrunken wird.

Warum schmeckt mein Milchtee bitter oder wässrig?

Bitter wird er durch zu heißes Wasser oder zu lange Ziehzeit: Grüntee verträgt kein kochendes Wasser, 80 bis 85 °C und 3 bis 4 Minuten sind die Grenze. Wässrig wird er, wenn der Tee normal dosiert ist — Milch und schmelzendes Eis verdünnen erheblich, deshalb die doppelte Blattmenge. Und der Tee muss abgekühlt sein, bevor er auf das Eis kommt, sonst schmilzt es sofort weg.

Welcher Tee, welche Milch — und geht das auch vegan?

Gemeint ist Jasmin-Grüntee, also mit Jasminblüten aromatisierter Grüntee, nicht Jasminblüten allein. Beutel funktionieren, dann vier davon auf 400 ml, und weil der Schnitt feiner ist, eher 2 bis 3 Minuten ziehen lassen. Bei der Milch trägt Vollmilch am besten; Hafermilch kommt dem Körper am nächsten, Mandelmilch bleibt dünn. Gezuckerte Kondensmilch ist in Teeläden verbreitet und macht das Getränk deutlich runder und süßer.

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