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Herzhafter Zucchini-Thunfisch-Auflauf

Der vertrauteste Eintrag in diesem Atlas: ein Auflauf ohne Herkunftsgeschichte, wie er in vielen Küchen ohnehin gemacht wird. Er steht hier wegen eines echten Problems, nicht wegen einer Entdeckung — 800 g Zucchini bringen so viel Wasser mit, dass der Guss ohne Vorbereitung nie stockt.

Steckbrief

Herkunft
International · Hausmannskost
Exotik
Kennt man
Aufwand
85 Min · einfach
Ergibt
4 Portionen (Form ca. 20 x 30 cm)
Wo kaufen
Alles aus dem normalen Supermarkt — kleine, feste Zucchini nehmen, große sind wässrig und kernig.
Nährwerte
≈ 660 kcal · 34 g Eiweiß · 49 g Fett · 19 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Zucchini-Thunfisch-Auflauf mit goldener Käsekruste in einer Auflaufform, ein Stück herausgenommen
International · Hausmannskost

Zubereitung

  1. Die Zucchini in 4 bis 5 mm dicke Scheiben schneiden, in einem Sieb mit 2 TL Salz mischen und 20 Minuten stehen lassen. Danach portionsweise in ein Küchentuch geben und kräftig ausdrücken. Es kommt erstaunlich viel Wasser heraus, und genau dieses Wasser stünde später in der Form.

  2. Den Ofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und die Form buttern.

  3. Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl glasig dünsten, aber nicht braun werden lassen. Kurz abkühlen lassen — heiße Zwiebeln würden das Ei im Guss stocken lassen.

  4. Den Thunfisch gut abtropfen lassen und mit der Gabel grob zerpflücken, nicht zu Mus zerdrücken. Erkennbare Stücke sind hier die zweite Textur.

  5. Eier mit Schmand und Sahne glatt verrühren. 100 g des geriebenen Käses, Zitronenschale, Oregano, Pfeffer und eine Prise Muskat unterrühren. Mit Salz zurückhaltend sein: Zucchini sind noch vom Entwässern gesalzen, und Thunfisch und Käse bringen ebenfalls Salz mit.

  6. Zucchini, Zwiebelmischung, Thunfisch und gegebenenfalls die Kirschtomaten in der Form locker mischen und gleichmäßig verteilen. Den Guss darübergießen und mit dem Löffelrücken einsinken lassen, bis er überall zwischen den Scheiben steht.

  7. Den restlichen Käse mit dem Parmesan und den Semmelbröseln mischen und darüberstreuen. Die Brösel sind der Grund, warum die Kruste bricht statt zu ziehen.

  8. 35 bis 40 Minuten backen. Fertig ist der Auflauf, wenn die Oberfläche goldbraun ist und die Mitte beim Rütteln der Form nicht mehr flüssig schwappt. Länger backen kostet nichts an Farbe, aber der Eierguss gerinnt und drückt Flüssigkeit heraus.

  9. 10 Minuten ruhen lassen. Direkt aus dem Ofen ist der Guss noch weich, erst beim Abkühlen wird er schnittfest. Mit Petersilie bestreuen und servieren.

Hintergrund

Der vertrauteste Eintrag in diesem Atlas

Dieser Auflauf ist nichts Unbekanntes, und er soll auch nicht so aussehen. Er hat keine Region, keine Überlieferung und keine Geschichte, die man erzählen könnte — er gehört zu einem Format, das in westlichen Hausküchen überall in Varianten existiert: Gemüse, etwas Eiweiß, ein Guss, Käse obenauf, Ofen. Wer hier eine exotische Entdeckung erwartet, ist im falschen Rezept.

Interessant ist er trotzdem, aber aus einem handwerklichen Grund. Von allen Aufläufen dieses Typs ist der mit Zucchini der, der am häufigsten misslingt, und zwar immer auf dieselbe Weise.

Wasser ist das ganze Thema

Zucchini bestehen zum größten Teil aus Wasser, und im Ofen geben sie es ab. Wer sie rohgeschnitten in die Form schichtet, bekommt am Ende einen Auflauf, der auf einer Lache steht, mit einem Guss, der nie richtig gestockt ist, und einer Käsedecke, die von unten weich wird. Mehr Backzeit macht das schlimmer, nicht besser: der Eierguss gerinnt und trennt sich.

Das Salzen und Ausdrücken vorher löst das Problem an der Wurzel. Wer die Zeit nicht hat, kann die Scheiben stattdessen in der Pfanne oder auf dem Blech kurz scharf anrösten — das treibt ebenfalls Wasser aus und bringt zusätzlich Röstaroma. Und die Größe der Zucchini ist keine Nebensache: kleine, feste Exemplare haben weniger Wasser und kaum Kerne, große sind schwammig und werden im Ofen faserig.

Guss, nicht Béchamel

Gebunden wird hier mit Ei, Schmand und Sahne, nicht mit Mehl. Der Unterschied ist deutlich: eine Béchamel legt eine eigene, mehlige Schicht über alles und deckt den Thunfisch zu, der Eierguss stockt zwischen den Scheiben zu etwas, das eher an einen herzhaften Flan erinnert und den Geschmack der Zutaten durchlässt.

Der Preis dafür ist Empfindlichkeit gegen Hitze und Zeit. 190 °C und 40 Minuten sind die Obergrenze; danach beginnt das Ei zu gerinnen und der Auflauf wird wässrig, obwohl man das Wasser vorher herausgeholt hat. Die zehn Minuten Ruhezeit am Ende gehören dazu, sonst zerfällt jedes Stück beim Herausheben.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Herzhafter Zucchini-Thunfisch-Auflauf

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Warum wird mein Zucchini-Auflauf wässrig?

Weil das Wasser aus den Zucchini nicht vor dem Ofen herausgeholt wurde. 800 g rohe Scheiben geben beim Backen so viel Flüssigkeit ab, dass der Eierguss nicht stocken kann und der Auflauf am Ende in einer Lache steht. Die Lösung ist das Salzen und Ausdrücken vorher, alternativ kurzes scharfes Anrösten der Scheiben in der Pfanne oder auf dem Blech. Länger backen macht es schlimmer, weil dann der Eierguss gerinnt und selbst Flüssigkeit abgibt. Auch die Zucchinigröße spielt mit: kleine, feste Exemplare enthalten weniger Wasser als große mit ausgebildeten Kernen.

Kann ich Nudeln, Reis oder Kartoffeln dazugeben?

Ja, und daraus wird dann ein vollständiges Hauptgericht. Etwa 200 g gekochte Nudeln oder 200 g gekochter Reis lassen sich untermischen; beide saugen Flüssigkeit auf, deshalb sollte man den Guss um ein Ei und 50 ml Sahne aufstocken, sonst wird der Auflauf trocken. Kartoffeln müssen vorgegart sein, in dünnen Scheiben von rohen Kartoffeln bleiben sie in der Backzeit hart. In allen drei Fällen braucht die Form etwas mehr Platz oder man rechnet mit einer Portion mehr.

Welcher Thunfisch aus der Dose ist der richtige?

Thunfisch in Öl, gut abgetropft. Die Variante in eigenem Saft oder in Wasser ist die magere und ergibt einen trockeneren, faserigeren Auflauf, den auch mehr Sahne nicht auffängt. Beim Zuschnitt sind Filets oder Stücke besser als feine Flocken: sie bleiben nach dem Backen als Stücke erkennbar, während Flocken sich im Guss verlieren. Das Öl aus der Dose muss nicht mit in die Form, es bringt vor allem Flüssigkeit.

Geht der Auflauf auch ohne Fisch?

Ja, und zwar ohne dass man das Rezept umbauen muss. Am nächsten kommt dem Thunfisch in Textur und Salzigkeit eine Mischung aus abgetropften weißen Bohnen und zerbröseltem Feta, etwa 200 g zusammen. Auch Pilze passen gut, müssen aber vorher scharf angebraten werden, weil sie sonst zusätzliches Wasser in die Form bringen — dasselbe Problem wie bei den Zucchini. Bei Feta die Salzmenge im Guss weiter zurücknehmen.

Kann ich vorbereiten, aufwärmen oder einfrieren?

Vorbereiten geht gut: Zucchini salzen und ausdrücken, alles schneiden und mischen, Guss separat kalt stellen und erst kurz vor dem Backen zusammenfügen. Gebacken hält sich der Auflauf zwei bis drei Tage im Kühlschrank und wärmt sich zugedeckt bei 160 °C in etwa 20 Minuten auf. Einfrieren ist die Ausnahme, die nicht gut funktioniert: Eierguss wird beim Auftauen grießig und trennt sich, und die Zucchini fallen zusammen. Wenn es sein muss, dann in Portionen und mit der Erwartung, dass die Textur leidet.

Welcher Käse für die Kruste?

Ein mittelalter Gouda oder Emmentaler ist die richtige Basis, weil beide schmelzen und dabei bräunen. Etwas Parmesan obenauf gibt zusätzlich Salz und Röstaroma, und die zwei Esslöffel Semmelbrösel sind der Grund, warum die Kruste bricht statt zu ziehen. Mozzarella eignet sich schlecht, er zieht Fäden, bräunt kaum und bringt selbst Wasser mit. Feta schmilzt gar nicht und gehört, wenn überhaupt, in den Auflauf und nicht auf ihn.

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