Italien
Aperol Spritz
Der Aperol Spritz hat seine Wurzeln in der venezianischen Tradition des "Spritz" (vom deutschen "spritzen" — Wasser zum Wein hinzufügen, eine Gewohnheit aus der österreichisch-ungarischen Herrschaftszeit über Venetien) und wurde erst in den 2000er/2010er Jahren zum international bekannten Aperitif-Standardgetränk.
Steckbrief
- Herkunft
- Italien · Venetien
- Exotik
- Kennt man
- Aufwand
- 5 Min · einfach
- Ergibt
- 1 Portion
- Wo kaufen
- Aperol, Prosecco, Sodawasser — alle drei Zutaten im normalen Supermarkt oder Getränkemarkt erhältlich.
- Nährwerte
- ≈ 120 kcal · 0 g Eiweiß · 0 g Fett · 12 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Zubereitung
-
Ein großes Weinglas mit reichlich Eiswürfeln füllen.
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Aperol eingießen.
-
Mit Prosecco auffüllen.
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Einen kurzen Schuss Sodawasser dazugeben.
-
Vorsichtig umrühren, mit einer Orangenscheibe garnieren.
Hintergrund
Woher der Name „Spritz“ kommt
Er geht auf die österreichisch-ungarische Herrschaftszeit über Venetien im 19. Jahrhundert zurück, als österreichische Soldaten und Beamte den ihnen zu kräftigen lokalen Wein mit einem Schuss Wasser „spritzten“ (verdünnten) — aus dieser Gewohnheit entwickelte sich über Generationen die heutige, mit Bitterlikör und Prosecco erweiterte Spritz-Tradition.
Warum die Reihenfolge beim Einschenken eine Rolle spielt
Wird zuerst der Aperol ins Eis gegeben und erst danach der Prosecco aufgefüllt, vermischen sich beide gleichmäßiger, als wenn man umgekehrt vorgeht — der spritzige Prosecco würde sonst den bereits eingeschenkten Aperol kaum noch verrühren. Der kurze Schuss Sodawasser am Ende lockert das Getränk zusätzlich auf und verhindert, dass es durch den Prosecco allein zu süß und schwer wirkt.
Warum das klassische Mischverhältnis 3-2-1 heißt
Das gängige Verhältnis von drei Teilen Prosecco, zwei Teilen Aperol und einem Teil Soda sorgt dafür, dass der Bitterlikör präsent bleibt, ohne den spritzigen Charakter des Proseccos zu überdecken — mehr Aperol macht das Getränk schwerer und deutlich bitterer, mehr Soda verwässert dagegen sowohl Aroma als auch Farbe.
Warum reichlich Eis mehr ist als nur Kühlung
Viel Eis hält das Getränk nicht nur kalt, sondern schmilzt langsam nach und verdünnt den Spritz über die Zeit leicht weiter — genau das mildert die anfängliche Süße, weshalb ein Aperol Spritz mit wenig Eis schneller unausgewogen schmeckt.
Warum ein großes Weinglas statt eines kleinen Glases verwendet wird
Der Aperol Spritz wird traditionell in einem großen, bauchigen Weinglas serviert, das viel Platz für Eis lässt, ohne dass die Flüssigkeit schnell zu warm wird. Ein kleineres Glas müsste häufiger nachgefüllt werden und würde das sorgfältig austarierte Mischverhältnis schneller aus der Balance bringen, sobald neues Eis nachgelegt wird.
Das große Glasvolumen erlaubt zudem, alle drei Zutaten übereinander zu schichten, bevor sie vermischt werden, sodass Gäste die charakteristische orange Farbe des Aperol schon vor dem ersten Schluck sehen können, statt eines bereits vollständig verrührten, einheitlich gefärbten Getränks. Manche Bars garnieren das Getränk zusätzlich mit einer grünen Olive statt der klassischen Orangenscheibe, was der süß-bitteren Mischung eine salzige, leicht herbere Note hinzufügt.
Andere Bitterliköre für denselben Spritz-Aufbau
Das gleiche Grundprinzip aus Prosecco, Bitterlikör und Soda funktioniert auch mit anderen italienischen Aperitif-Likören, die insgesamt herber und weniger süß schmecken als Aperol. Welcher Likör verwendet wird, verändert vor allem den Bitterkeitsgrad des fertigen Getränks, während Verhältnis und Zubereitung gleich bleiben.
Wer probieren möchte, wie stark der Likör den Charakter des Getränks bestimmt, kann bei gleichbleibendem Prosecco und Soda einfach den Bitterlikör austauschen und direkt vergleichen, wie sich Süße, Bitterkeit und Farbe des fertigen Spritz dadurch verschieben. Auf diese Weise lässt sich auch gut nachvollziehen, warum sich gerade Aperol mit seiner Balance aus Süße, Bitterkeit und kräftiger Farbe international gegenüber herberen, weniger süßen Alternativen durchgesetzt hat und heute in den meisten Bars als Standardversion des Spritz gilt.
Nachgefragt
Häufige Fragen zu Aperol Spritz
Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Woher kommt der Name "Spritz"?
Er geht auf die österreichisch-ungarische Herrschaftszeit über Venetien im 19. Jahrhundert zurück, als Wein mit einem Schuss Wasser "gespritzt" (verdünnt) wurde.
In welcher Reihenfolge werden die Zutaten eingegossen?
Traditionell erst Aperol, dann Prosecco, zuletzt ein kurzer Schuss Sodawasser — diese Reihenfolge sorgt für eine gute Durchmischung ohne starkes Umrühren, das die Kohlensäure des Proseccos zerstören würde.
Ist Aperol Spritz erst seit kurzem so populär?
Ja, obwohl der Spritz als Getränkeprinzip viel älter ist, wurde der Aperol Spritz erst in den 2000er/2010er Jahren zum international bekannten Standard-Aperitif.
Kann man Prosecco durch anderen Sekt ersetzen?
Ja, ein trockener Sekt funktioniert als Ersatz, hat aber ein etwas anderes, meist etwas herberes Geschmacksprofil als der fruchtig-mildere Prosecco.