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China

Chinesische Knoblauchsauce

Die dunkelbraune, glänzende Sauce, die auf chinesischen Speisekarten „in Knoblauchsauce“ heißt: salzig, leicht süß, mit deutlichem Essigton und viel frischem Knoblauch, gebunden mit Speisestärke. Keine Mayonnaise-Knoblauchsauce, sondern eine Sauce für die Pfanne.

Steckbrief

Herkunft
China · Sichuan
Exotik
Kennt man
Aufwand
15 Min · einfach
Ergibt
ca. 350 ml — genug für zwei Wokgerichte für je 2 Personen
Wo kaufen
Shaoxing-Reiswein und Chinkiang-Essig im Asia-Markt — den Reiswein ersetzt trockener Sherry, den schwarzen Essig kaum etwas.
Nährwerte
≈ 110 kcal · 2 g Eiweiß · 5 g Fett · 11 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Chinesische Knoblauchsauce, dunkelbraune glänzende Sauce in einer Schale
China · Sichuan

Zubereitung

  1. Alles hacken, abmessen und in Reichweite stellen, bevor die Pfanne heiß wird. Nach dem Anbraten bleiben keine zwanzig Sekunden, um noch etwas abzuwiegen.

  2. Brühe, beide Sojasaucen, Reiswein, Essig, Zucker und einen Hauch weißen Pfeffer in einer Schale verrühren. Die Speisestärke separat mit dem kalten Wasser glatt rühren — in die warme Mischung gegeben klumpt sie sofort.

  3. Das Öl in Wok oder Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch, Ingwer und Frühlingszwiebelweiß 30 bis 45 Sekunden braten, nur bis es duftet und der Knoblauch gerade blass goldgelb wird.

  4. Den Doubanjiang zugeben und 30 Sekunden mitbraten, bis das Öl sich rot färbt. Das ist der Punkt, an dem die Paste ihr Aroma abgibt.

  5. Die Flüssigkeitsmischung angießen, aufkochen und 2 Minuten offen köcheln lassen, damit der Alkohol des Reisweins verdampft und die Sauce Tiefe bekommt.

  6. Den Stärkeanschlag noch einmal durchrühren — er setzt sich in einer Minute ab — und unter Rühren in dünnem Strahl zugeben. Nach etwa 30 Sekunden bindet die Sauce und wird glänzend. Zu dick geraten: Brühe nachgießen. Zu dünn: weitere 30 Sekunden köcheln.

  7. Den Topf vom Feuer nehmen und das Sesamöl einrühren. Es kommt immer zuletzt, weil es beim Kochen sein Aroma verliert.

  8. Abschmecken. Die Reihenfolge, in der man die Sauce wahrnehmen soll, ist salzig, dann süß, dann sauer. Sofort über Gebratenes geben und 30 Sekunden durchschwenken, oder als Dip in eine Schale füllen.

Hintergrund

Was auf der Speisekarte „Knoblauchsauce“ heißt

Die braune Knoblauchsauce, die man aus chinesischen Restaurants kennt, ist keine eigene Rezeptur mit fester Herkunft, sondern eine Restaurantschreibweise für ein sehr altes Sichuan-Gewürzmuster: Yuxiang, wörtlich „fischduftend“. Die Basis aus Sojasauce, Zucker, Essig, Knoblauch, Ingwer und fermentierter Bohnenpaste war ursprünglich eine Würzung für Fisch und enthält selbst keinen Fisch — sie wandert heute über Auberginen, Hackfleisch und Schweinestreifen.

Warum der Knoblauch nicht braun werden darf

Dreißig Gramm gehackter Knoblauch sind viel, und genau darin liegt die einzige Fehlerquelle. Fein gehackter Knoblauch verbrennt bei Wokhitze in Sekunden und wird dann bitter, ohne dass man es rückgängig machen kann. Deshalb kommt er in mittelwarmes, nicht rauchendes Öl, bleibt weniger als eine Minute darin und wird von der Flüssigkeit gestoppt, bevor er Farbe nimmt.

Die Stärke macht den Glanz

Ohne Bindung läuft die Sauce vom Gemüse ab und sammelt sich am Pfannenboden. Der Stärkeanschlag ist in der chinesischen Küche ein eigener Arbeitsschritt: kalt angerührt, unmittelbar vor dem Eingießen noch einmal aufgerührt und dann in dünnem Strahl zugegeben. Etwa eine halbe Minute Kochen braucht die Stärke, um klar und glänzend zu werden — vorher schmeckt die Sauce mehlig, viel länger und sie wird zäh.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Chinesische Knoblauchsauce

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Ist das die weiße Knoblauchsauce oder die braune?

Die braune. Wenn auf einer chinesischen Speisekarte „in Knoblauchsauce“ steht, ist diese dunkle, glänzende Wok-Sauce aus Sojasauce, Essig, Zucker und viel frischem Knoblauch gemeint. Die weiße, cremige Knoblauchsauce, die man vom Döner oder zur Pizza kennt, ist ein Dip auf Joghurt- oder Mayonnaisebasis und hat mit diesem Rezept außer dem Knoblauch nichts zu tun.

Was ist Doubanjiang, und geht es auch ohne?

Doubanjiang ist eine fermentierte Paste aus Breitbohnen und Chili aus Sichuan, salzig und sehr herzhaft; auf Gläsern steht sie auch als Toban Djan oder Chili-Bohnen-Paste. Sie liefert Tiefe und die rötliche Farbe des Öls. Ohne sie funktioniert die Sauce mit 1 TL Chiliflocken und etwas mehr Sojasauce, wird aber flacher und weniger salzig-fermentiert — dann lohnt ein zusätzlicher halber Teelöffel Zucker zum Ausgleich.

Womit ersetzt man Shaoxing-Reiswein und Chinkiang-Essig?

Für den Reiswein ist trockener Sherry der beste Ersatz, weil er ähnlich nussig-oxidativ schmeckt; trockener Weißwein geht notfalls, Reisessig nicht, der bringt nur Säure. Beim schwarzen Chinkiang-Essig ist es schwieriger: er ist malzig, dunkel und mild. Am nächsten kommt ein guter Balsamico, sparsam dosiert und mit einem Löffel Wasser gestreckt; heller Reisessig oder Weinessig sind schärfer und dünner, dann braucht die Sauce mehr Zucker.

Warum wird die Sauce bitter?

Verbrannter Knoblauch, praktisch immer. Fein gehackter Knoblauch verträgt keine Wokhitze: er kommt in mittelwarmes, nicht rauchendes Öl, bleibt 30 bis 45 Sekunden darin und wird von der Flüssigkeit gestoppt, bevor er dunkel wird. Der zweite Kandidat ist dunkle Sojasauce, die in eine sehr heiße trockene Pfanne gegossen wird — sie ist gezuckert und verbrennt sofort, deshalb ist sie hier von Anfang an in der Flüssigkeitsmischung.

Wie lange hält sich die Sauce, und kann man sie vorbereiten?

Fertig gebunden hält sie sich einige Tage gut verschlossen im Kühlschrank, zieht dabei aber Wasser und wird beim Aufwärmen dünner; mit einem kleinen frischen Stärkeanschlag lässt sie sich wieder binden. Praktischer ist es, die Flüssigkeitsmischung aus Brühe, Sojasaucen, Reiswein, Essig und Zucker auf Vorrat anzurühren und im Glas kalt zu stellen — Knoblauch anbraten und binden dauert dann nur noch zwei Minuten.

Wozu passt die Sauce, und wie viel nimmt man pro Pfanne?

Für ein Wokgericht für 2 Personen rechnet man 150 bis 175 ml, das Rezept reicht also für zwei Runden. Sie passt zu Hähnchen- oder Rindfleischstreifen, zu Tofu, und besonders gut zu Gemüse mit viel Oberfläche: Auberginen, grüne Bohnen, Brokkoli, Pak Choi. Zugegeben wird sie am Ende, wenn alles gar ist, und dann nur noch 30 Sekunden durchgeschwenkt. Als Dip funktioniert sie ebenfalls, zu Teigtaschen ist die klassische Mischung aber schlichter: Sojasauce, Essig, Chiliöl.

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