Chinesische Knoblauchsauce
Die dunkle, glänzende Wok-Sauce vom Chinesen: salzig, leicht süß, mit Essigton und viel Knoblauch.
Herkunft
Chinesische Küche ist regional enorm vielfältig — von scharfem Mapo Tofu und Kung Pao Garnelen aus Sichuan bis zu Streetfood wie Quallensalat. Wir erklären Aussprache und wo die Zutaten hierzulande erhältlich sind.
China unterscheidet traditionell zwischen mehreren großen Regionalküchen, oft als die acht großen Küchen bezeichnet, darunter die feurig-scharfe Sichuan-Küche, die mildere kantonesische Küche im Süden und die kräftige Shandong-Küche im Norden. Kung Pao Garnelen gehen in ihrer klassischen Form, meist mit Hühnchen statt Garnelen, auf die Sichuan-Küche zurück und sollen nach einem Qing-Dynastie-Beamten benannt sein, der für seine Vorliebe für dieses Gericht bekannt war. Typisch für Sichuan-Gerichte ist die Kombination aus Chili-Schärfe und der betäubenden, leicht kribbelnden Wirkung von Sichuan-Pfeffer, im Chinesischen als málà bezeichnet. Generell lässt sich Chinas Küche grob in einen weizenbasierten Norden mit Nudeln und gedämpften Teigtaschen und einen reisbasierten Süden unterteilen, wo auch die aus Kanton stammende Dim-Sum-Tradition ihren Ursprung hat. Diese regionale Vielfalt erklärt, warum viele in Deutschland verbreitete China-Restaurants nur einen kleinen, oft angepassten Ausschnitt der tatsächlichen chinesischen Küche zeigen.
Die dunkle, glänzende Wok-Sauce vom Chinesen: salzig, leicht süß, mit Essigton und viel Knoblauch.
[ gung · bau ]
Garnelen im Wok mit getrockneten Chilis, Sichuanpfeffer, Erdnüssen und süß-sauer-scharfer Sauce.
Kantonesischer Dim-Sum-Klassiker: Hühnerfüße erst frittiert, dann in einer würzigen Sauce weich geschmort, bis die Haut gallertartig-zart wird.
Chinesische kalte Vorspeise: in dünne Streifen geschnittene Qualle, mit Sesamöl, Essig und Gurke angemacht — bekannt für ihre einzigartig knackige Textur.
Leichte kantonesische Suppe aus Wintermelone (Wachskürbis), die die milde Brühe wie ein Schwamm aufnimmt, mit getrockneten Garnelen für Tiefe.
[ MA ·po Do·fu ]
Weicher Seidentofu in einer feurig scharfen, leicht betäubenden roten Chilibohnen-Sauce mit Rinder- oder Schweinehackfleisch — eines der bekanntesten und schärfsten Gerichte der Sichuan-Küche.
Dünner Weizenteig, gefüllt mit einer Mischung aus fein geschnittenem Gemüse und oft etwas Fleisch, eng gerollt und knusprig frittiert — der Name geht auf die traditionelle Zubereitung zum chinesischen Frühlingsfest zurück, wo sie das erste frische Gemüse der Saison feiert.
[ dscha· O ·dsi ]
Halbmondförmige nordchinesische Teigtaschen mit einer Schweinehack-Kohl-Füllung, entweder gekocht, gedämpft oder — als "Potsticker" bekannt — in der Pfanne mit knuspriger Unterseite gebraten, während der Rest im eigenen Dampf gart.
[ BAU ·dsi ]
Weiche, gedämpfte chinesische Hefeteig-Brötchen mit einer würzigen Fleischfüllung, an der Oberseite kunstvoll gefaltet und verschlossen — anders als die kleineren Jiaozi sind Baozi deutlich größer und bestehen aus gelockertem Hefeteig statt dünnem, ungesäuertem Teig.
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Nachgefragt
Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Viele China-Restaurants in Deutschland passen Schärfe und Zutaten an den westlichen Geschmack an und ersetzen etwa Sichuan-Pfeffer oder scharfe Chiliöle durch mildere Varianten. Das namensgebende betäubend-scharfe málà-Aroma der Sichuan-Küche geht dadurch oft verloren, obwohl es eigentlich zentral für das Originalgericht ist.
Sichuan-Pfeffer ist kein echter Pfeffer, sondern die Schale einer Zitrusgewächs-Frucht, die ein betäubendes Kribbeln auf der Zunge erzeugt. Er ist in asiatischen Supermärkten meist getrocknet als ganze Körner erhältlich und sollte vor Gebrauch kurz in der Pfanne geröstet werden, um sein Aroma zu entfalten.
Dim Sum ist keine einzelne Speise, sondern eine ganze Kategorie kleiner Gerichte, meist gedämpfte oder frittierte Teigtaschen, die traditionell zum Tee in Kanton serviert werden. Charakteristisch ist, dass mehrere kleine Portionen in Bambuskörbchen gemeinsam am Tisch geteilt werden, ähnlich wie bei spanischen Tapas.
Doubanjiang ist eine fermentierte Bohnenpaste aus Sojabohnen und Chili, die vor allem in der Sichuan-Küche als würzige Geschmacksbasis für Saucen dient. Sie ist salzig-scharf und leicht fermentiert-erdig im Geschmack und in asiatischen Lebensmittelläden meist im Glas erhältlich.
Nur bedingt. Viele etablierte China-Restaurants in Deutschland orientieren sich an einer vereinfachten, teils kantonesisch geprägten Auswahl, die sich über Jahrzehnte an den lokalen Geschmack angepasst hat. Die tatsächliche Bandbreite chinesischer Regionalküchen, etwa aus Hunan oder Yunnan, bleibt hierzulande oft unterrepräsentiert.