fooddiez Atlas unbekannter Gerichte

Japan

Okonomiyaki

[ o·ko·no·mi· JA ·ki ]

Der Name "Okonomiyaki" bedeutet wörtlich "gegrillt/gebraten, wie es dir gefällt" und verweist auf die enorme Flexibilität bei den Zutaten — je nach Region (besonders zwischen Osaka- und Hiroshima-Stil) und persönlichem Geschmack unterscheiden sich Zutaten und Zubereitung erheblich.

Steckbrief

Herkunft
Japan · Osaka/Hiroshima
Exotik
Nie gehört
Aufwand
40 Min · mittel
Ergibt
2 Portionen
Wo kaufen
Kohl, Okonomiyaki-Mehlmischung (oder normales Mehl), Bonitoflocken — spezielle Okonomiyaki-Sauce und Bonitoflocken sind für den authentischen Geschmack wichtig, im Asia-Markt erhältlich.
Nährwerte
≈ 750 kcal · 21 g Eiweiß · 44 g Fett · 67 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Okonomiyaki, japanischer herzhafter Pfannkuchen
Japan · Osaka/Hiroshima

Zubereitung

  1. Mehl mit Wasser oder Dashi zu einem glatten Teig verrühren.

  2. Kohl und Eier untermischen.

  3. Teig auf eine heiße, geölte Pfanne oder Platte geben, mit Schweinebauchscheiben belegen.

  4. 5 bis 6 Minuten pro Seite braten, bis beide Seiten goldbraun sind und der Kohl innen weich ist.

  5. Mit Okonomiyaki-Sauce und Mayonnaise bestreichen, mit Bonitoflocken und Nori bestreuen.

Hintergrund

Warum sich die Bonitoflocken „bewegen“

Die hauchdünnen, getrockneten Bonitoflocken sind so leicht, dass die aufsteigende Hitze vom frisch gebratenen Okonomiyaki sie sichtbar wellenförmig bewegen lässt — ein optisches Detail, das viele mit diesem Gericht assoziieren und das rein physikalisch durch die Restwärme des Gerichts entsteht.

Osaka- oder Hiroshima-Stil?

Beim Osaka-Stil, wie hier beschrieben, werden alle Zutaten vor dem Braten zu einem Teig vermischt, während beim Hiroshima-Stil Kohl, Sprossen und oft Yakisoba-Nudeln in dünnen Schichten übereinander gebraten werden statt vermengt — beide Varianten sind gleichermaßen beliebt, unterscheiden sich aber deutlich in Textur und Aufbau.

Warum japanische statt westlicher Mayonnaise verwendet wird

Japanische Mayonnaise wie Kewpie ist milder süß-säuerlich und hat durch zusätzliches Umami eine deutlich rundere Note als westliche Varianten — dieser Unterschied ist bei einem so reduzierten Gericht wie Okonomiyaki klar herauszuschmecken.

Warum Dashi statt einfachem Wasser im Teig verwendet wird

Dashi-Brühe aus Kombu und Bonitoflocken gibt dem sonst neutralen Mehlteig schon von innen eine leichte Umami-Tiefe, die reines Wasser nicht liefern könnte — bei einem Gericht mit relativ wenigen Zutaten macht dieser Grundgeschmack im Teig einen spürbaren Unterschied. Ist keine Dashi zur Hand, funktioniert Wasser als Ersatz zwar auch, das Ergebnis schmeckt dann aber merklich flacher.

Warum manche Rezepte geriebenen Yamswurzel in den Teig geben

Zusätzlich zu Mehl und Dashi wird dem Teig in vielen japanischen Haushalten geriebene Nagaimo-Yamswurzel beigemischt — ihr klebriger, schleimiger Saft lockert die Textur des fertigen Fladens zusätzlich auf und macht ihn innen weicher und luftiger, fast soufflé-artig. Ohne Nagaimo bleibt Okonomiyaki fester und kompakter, was ebenfalls authentisch ist, aber eine spürbar andere Textur ergibt als die mit Yamswurzel gelockerte Variante.

In vielen Okonomiyaki-Restaurants wird das fertige Gericht direkt auf der heißen Grillplatte serviert und mit einem kleinen, flachen Metallspatel („Kote“) in mundgerechte Stücke geschnitten und gegessen, statt es mit Messer und Gabel auf einen separaten Teller zu legen. Dieser Spatel dient sowohl zum Wenden während des Bratens als auch anschließend als eigentliches Essbesteck.

Warum viele Restaurants das Braten den Gästen selbst überlassen

In spezialisierten Okonomiyaki-Restaurants sind die Tische oft mit einer eingebauten heißen Grillplatte (Teppan) ausgestattet, auf der Gäste ihren fertig angerührten Teig selbst braten und wenden — das Personal bereitet lediglich die Zutatenmischung vor und gibt Anleitung. Diese Do-it-yourself-Tradition macht das Essen zu einem geselligen Erlebnis und erklärt, warum Okonomiyaki in Japan oft eher als gemeinsames Freizeitessen denn als schnelles Fast Food wahrgenommen wird.

Der Name „Okonomiyaki“ erlaubt es, praktisch jede Zutat einzuarbeiten, die gerade verfügbar ist, weshalb sich je nach Familie und Region auch Meeresfrüchte wie Tintenfisch oder Garnelen, Käse oder sogar Mochi im Teig finden. Diese enorme Flexibilität bei den Zutaten unterscheidet Okonomiyaki von vielen anderen japanischen Gerichten mit festem Rezept und macht es zu einem beliebten Weg, Reste kreativ zu verwerten.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Okonomiyaki

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Was bedeutet "Okonomiyaki"?

Wörtlich "gegrillt/gebraten, wie es dir gefällt" — ein Verweis auf die große Flexibilität bei den verwendeten Zutaten.

Was ist der Unterschied zwischen Osaka- und Hiroshima-Stil?

Osaka-Stil mischt alle Zutaten direkt in den Teig, während Hiroshima-Stil die Zutaten in Schichten aufbaut, oft zusätzlich mit gebratenen Nudeln.

Warum bewegen sich die Bonitoflocken?

Sie sind extrem dünn und leicht, sodass die aufsteigende Hitze des frisch gebratenen Gerichts sie sichtbar wellenförmig bewegen lässt.

Kann man Okonomiyaki vegetarisch machen?

Ja, ohne Schweinebauch und mit einer vegetarischen Version der Sauce lässt es sich anpassen, auch wenn die traditionelle Version Fleisch enthält.

Vorheriges Gericht ← Moussaka Gleiche Herkunft Mehr aus Japan Nächstes Gericht Mapo Tofu →