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USA

Schwarzäugige Erbsen im südlichen Stil

In den US-Südstaaten gelten schwarzäugige Erbsen als Glücksbringer für das neue Jahr — der Legende nach steht jede Erbse für eine Münze im kommenden Jahr. Gekocht werden sie fast immer mit geräuchertem Schweinefleisch und grünem Blattgemüse.

Steckbrief

Herkunft
USA · Südstaaten
Exotik
Nie gehört
Aufwand
90 Min · einfach
Ergibt
4 Portionen
Wo kaufen
Getrocknete oder Dosen-schwarzäugige Erbsen im Asia- oder Bioladen, Räucherschinken-Knochen beim Metzger — getrocknete brauchen Einweichzeit, Dosenware spart die.
Nährwerte
≈ 360 kcal · 16 g Eiweiß · 20 g Fett · 28 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Schwarzäugige Erbsen mit Schinken und Grünkohl in einer Schale
USA · Südstaaten

Zubereitung

  1. Speck oder Schinken in einem Topf auslassen, bis er Farbe hat.

  2. Zwiebel und Knoblauch zugeben, glasig braten.

  3. Eingeweichte, abgetropfte Erbsen und Brühe zugeben, aufkochen.

  4. Zugedeckt 45 bis 60 Minuten köcheln (Dosenware nur 15 Minuten), bis die Erbsen weich sind.

  5. Grünkohl zugeben, weitere 10 Minuten köcheln, bis er zusammengefallen ist.

  6. Mit Salz, Pfeffer und optional Cayennepfeffer abschmecken.

Hintergrund

Warum ausgerechnet Neujahr

Die Tradition, schwarzäugige Erbsen am Neujahrstag zu essen, geht auf die afroamerikanische Küche der US-Südstaaten zurück und wird oft mit dem amerikanischen Bürgerkrieg in Verbindung gebracht, als diese günstige, nahrhafte Hülsenfrucht zu den wenigen verfügbaren Lebensmitteln gehörte. Serviert werden die Erbsen traditionell zusammen mit „Hoppin‘ John“ (Erbsen mit Reis) und Maisbrot.

Getrocknet oder aus der Dose

Getrocknete schwarzäugige Erbsen brauchen durch das nächtliche Einweichen deutlich weniger Kochzeit und behalten dabei mehr Biss als Dosenware, die bereits vorgegart ist und nur noch erwärmt werden muss. Der Räucherschinken-Knochen ist hier keine reine Geschmacksbeigabe: Er gibt während der langen Kochzeit kontinuierlich Raucharoma und etwas Fett an die Brühe ab, was mit fertig gewürzter Brühe allein nicht in gleicher Tiefe erreichbar wäre.

Warum Grünkohl dazugehört

In der Symbolik der Neujahrstradition stehen die Erbsen für Münzen, das grüne Blattgemüse für Geldscheine — deshalb landen beide traditionell auf demselben Teller. Geschmacklich gleicht die leichte Bitterkeit von Grünkohl oder Mangold die milde, erdige Süße der Erbsen und die Rauchigkeit des Specks aus. Cayennepfeffer bleibt bewusst optional, da die Rauchigkeit von Speck und Räucherschinken für viele bereits genug Würze liefert.

Warum die Reste eigens einen Namen haben

In den Südstaaten sind die Reste von Hoppin‘ John so fest in der Tradition verankert, dass sie einen eigenen Namen tragen: „Skippin‘ Jenny“. Wie bei vielen Eintöpfen und Bohnengerichten ziehen die Gewürze über Nacht weiter in die Erbsen ein, sodass das Aufgewärmte am Folgetag oft würziger und runder schmeckt als frisch gekocht.

Die fertige Suppe lässt sich zudem gut portionsweise einfrieren, wobei Grünkohl und Mangold nach dem Auftauen etwas weicher werden als frisch gekocht, geschmacklich aber kaum darunter leiden.

Warum nicht zu häufig umgerührt werden sollte

Schwarzäugige Erbsen sind vergleichsweise zart und zerfallen bei zu häufigem oder zu kräftigem Rühren leicht zu Brei, statt als ganze Erbsen erhalten zu bleiben. Gelegentliches, vorsichtiges Umrühren reicht, um ein Anhaften am Topfboden zu verhindern, ohne die Struktur zu zerstören — ein Punkt, der bei getrockneten, selbst gekochten Erbsen wichtiger ist als bei bereits weicherer Dosenware.

Statt Räucherschinken-Knochen lässt sich auch Räucherwurst wie Andouille verwenden, die in der amerikanischen Südstaatenküche ebenfalls häufig für diese Art von Bohnengerichten zum Einsatz kommt und ein etwas würzigeres Raucharoma mitbringt. Wer es schärfer mag, serviert zusätzlich eine Flasche Louisiana-Hot-Sauce am Tisch, mit der sich jeder die eigene Portion individuell nachwürzen kann, ganz ähnlich wie bei vielen anderen Südstaaten-Eintöpfen. Auch etwas Apfelessig zum Abschmecken am Ende ist in manchen Familien üblich und setzt einen zusätzlichen säuerlichen Kontrapunkt zur Rauchigkeit des Specks.

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Schwarzäugige Erbsen im südlichen Stil

Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Muss man das Neujahrsgericht wirklich an Neujahr essen?

Nein, das ist reine Tradition, kein Muss — das Gericht schmeckt das ganze Jahr über und wird in den US-Südstaaten auch außerhalb der Neujahrszeit regelmäßig gekocht.

Was ist "Hoppin' John"?

Hoppin' John ist die Reisvariante desselben Grundgerichts — schwarzäugige Erbsen mit Reis statt mit Grünkohl, ebenfalls Teil der traditionellen Südstaaten-Neujahrsmahlzeit.

Kann man das Gericht vegetarisch machen?

Ja, ohne den Räucherschinken wird geräuchertes Paprikapulver oder etwas Liquid Smoke zum Ausgleich der rauchigen Tiefe verwendet, die sonst vom Fleisch käme.

Warum werden getrocknete Erbsen eingeweicht, Dosenware aber nicht?

Getrocknete Hülsenfrüchte brauchen die Einweichzeit, um vor dem Kochen Wasser aufzunehmen und gleichmäßig weich zu werden; Dosenware ist bereits vorgekocht und braucht nur noch kurz mitzukochen.

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