Herkunft
Gerichte aus Belgien
Belgien ist für mehr bekannt als Pommes und Schokolade: Belgische Waffeln, ob als Lütticher oder Brüsseler Variante, gehören zu den bekanntesten Exporten der Landesküche. Wir erklären Herkunft und Zubereitung.
Die Vlaamse Stoverij, ein mit dunklem Bier statt Wein geschmorter Rindfleischeintopf, zeigt die für Belgien typische Verwendung von Bier als Kochzutat, nicht nur als Getränk. Zwischen dem flämischen Norden und dem wallonischen Süden bestehen bis heute spürbare kulinarische Unterschiede, die die Zweisprachigkeit des Landes widerspiegeln.
Der Unterschied zwischen den beiden Waffelarten liegt vor allem in Teig und Form: Lütticher Waffeln bestehen aus einem dichteren Hefeteig mit eingebackenen Perlzuckerstücken, die beim Backen leicht karamellisieren, und werden meist warm und ohne Belag aus der Hand gegessen. Brüsseler Waffeln dagegen sind rechteckig, leichter und knuspriger und werden klassisch mit Puderzucker, Schlagsahne oder Früchten serviert, mit Messer und Gabel vom Teller. Auch bei den Pommes, die in Belgien als Nationalgericht gelten, gibt es eine klare Tradition: Sie werden zweimal frittiert, traditionell in Rindernierenfett, und in Papiertüten mit Mayonnaise statt Ketchup an sogenannten Frituren oder Friteries verkauft. Die belgische Praline, die Form gefüllter Schokoladenpralinen, die weltweit oft mit dem Land assoziiert wird, geht auf den Brüsseler Confiseur Jean Neuhaus zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals Schokoladenhüllen mit weichen Füllungen kombinierte – ein Konzept, das sich klar von der französischen Praline aus karamellisierten Nüssen unterscheidet. Belgien zählt außerdem über tausend verschiedene Biersorten, von denen viele traditionell in einem eigens dafür geformten Glas serviert werden, was die enge Verbindung von Bier und Esskultur unterstreicht.