Calzones Rotos
[ kal · ßo · nes · ro · tos ]
Frittierte chilenische Teigstreifen, durch einen Längsschlitz gezogen und dick mit Puderzucker bestäubt.
Herkunft
Chilenische Küche verbindet andine, spanische und Mapuche-Einflüsse: herzhafte Empanadas de Pino, cremiger Pastel de Choclo und süße Sopaipillas. Wir erklären Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.
Chiles knapp 4.300 Kilometer lange Küste macht Fisch und Meeresfrüchte zu einer zentralen Säule der Landesküche, von Congrio, einem beliebten Suppenfisch, bis zu verschiedensten Muschelarten. Im Süden, besonders auf der Insel Chiloé, wird traditionell Curanto zubereitet: Fleisch, Meeresfrüchte und Kartoffeln werden dabei in einer mit heißen Steinen ausgekleideten Erdgrube gegart, eine Technik, die auf die indigene Bevölkerung der Region zurückgeht. Aus der Mapuche-Kultur stammt zudem Merkén, eine geräucherte Chili-Gewürzmischung, die vielen Gerichten eine rauchige Schärfe verleiht. Calzones Rotos, das gebackene oder frittierte Gebäck, verdankt seinen Namen, wörtlich zerrissene Unterhosen, vermutlich der unregelmäßigen, eingeschnittenen Form des Teigs beim Frittieren. Sopaipillas, die goldenen Kürbisteig-Fladen, werden herzhaft mit der scharf-frischen Sauce Pebre oder süß mit Chancaca, einem Sirup aus unraffiniertem Rohrzucker, gegessen. Als typisches Streetfood gilt außerdem der Completo, ein Hotdog, der in Chile üppig mit Avocado, Tomaten und Mayonnaise belegt wird, eine deutlich reichhaltigere Variante als das deutsche Pendant. Chile zählt zudem zu den bedeutendsten Weinbauländern der südlichen Hemisphäre, was die enge Verbindung von Küche und Weinbegleitung im Alltag erklärt.
[ kal · ßo · nes · ro · tos ]
Frittierte chilenische Teigstreifen, durch einen Längsschlitz gezogen und dick mit Puderzucker bestäubt.
[ pas·tel de TSCHO ·klo ]
Ein chilenischer Auflauf aus einer würzigen Hackfleisch-Zwiebel-Füllung mit Oliven und Ei, bedeckt von einer süßlichen, pürierten Maiskruste — eines der bekanntesten chilenischen Nationalgerichte.
[ em·pa· NA ·das de Pi·no ]
Gebackene chilenische Teigtaschen, gefüllt mit "Pino" — einer würzigen Mischung aus geschmortem Hackfleisch, Zwiebeln, einer schwarzen Olive, einer Rosine und einem Stück hartgekochtem Ei.
[ so·pai· PI ·jas ]
Flache, frittierte chilenische Fladen aus einem mit Kürbispüree angereicherten Teig — traditionell an regnerischen Tagen gegessen, oft mit "Pebre"-Sauce oder als süße Variante mit Sirup.
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Nachgefragt
Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Der Name bezieht sich vermutlich auf die Form des Gebäcks: Der Teig wird vor dem Frittieren mit einem Schlitz versehen, wodurch beim Ausbacken unregelmäßige, eingerissene Ränder entstehen, die entfernt an ein geflicktes Kleidungsstück erinnern sollen. Geschmacklich hat der Name aber nichts mit dem süßen, mit Puderzucker bestäubten Gebäck zu tun.
Pebre ist eine chilenische Sauce aus fein gehackten Tomaten, Zwiebeln, Koriander, Chili und Öl, vergleichbar mit einer frischen Salsa. Sie steht in Chile praktisch auf jedem Tisch und wird zu Fleisch, Brot oder Sopaipillas gereicht, um Gerichten zusätzliche Frische und Schärfe zu geben.
Curanto ist ein traditionelles Gericht aus Fleisch, Meeresfrüchten, Kartoffeln und Gemüse, das ursprünglich in einer Erdgrube auf heißen Steinen gegart wird. Zu Hause lässt sich eine vereinfachte Version im großen Topf mit mehreren Lagen und viel Dampf nachbilden, auch wenn das rauchige Erdgruben-Aroma dabei fehlt.
Merkén ist als geräuchertes chilenisches Chilipulver in einigen lateinamerikanischen Feinkostläden und im Onlinehandel erhältlich. Wer keines findet, kann näherungsweise geräuchertes Paprikapulver mit etwas scharfen Chiliflocken mischen, auch wenn der typische Raucharoma-Ton des Originals dabei nicht ganz erreicht wird.
Die Füllung Pino besteht typischerweise aus gehacktem Rindfleisch, Zwiebeln, hartem Ei, einer schwarzen Olive und oft Rosinen, was einen süßlich-herzhaften Kontrast erzeugt. Anders als in vielen anderen Ländern werden chilenische Empanadas meist im Ofen gebacken statt frittiert.