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Herkunft

Gerichte aus Indien

Indische Küche ist von Region zu Region völlig unterschiedlich: von cremigem Paneer Jalfrezi bis zu erfrischendem Kheera Raita als Beilage zu scharfen Currys. Wir erklären Aussprache und Bezugsquellen für DE, AT und CH.

Der Unterschied zwischen Nord- und Südindien zeigt sich schon am Grundnahrungsmittel: Im Norden dominiert Weizen in Form von Fladenbroten wie Naan und Roti, im Süden ist Reis die Basis, oft begleitet von Sambar und Kokosnuss-Chutneys. Die nordindische Küche wurde stark von der Mogulzeit geprägt, aus der reichhaltige, sahnige Gerichte wie Korma und viele Biryani-Varianten stammen, während Currys mit Kokosmilch und Curryblättern eher für den Süden typisch sind. Auch Chili, heute kaum aus der indischen Küche wegzudenken, ist gar keine ursprünglich indische Zutat: Portugiesische Händler brachten die Schote erst ab dem 16. Jahrhundert aus Amerika mit, ebenso wie Kartoffel und Tomate. Ein Thali, eine runde Platte mit mehreren kleinen Schälchen für Currys, Dal, Reis, Brot und Chutney, ist die klassische Art, eine ausgewogene Mahlzeit mit unterschiedlichen Aromen und Texturen gleichzeitig zu servieren. Vegetarische Küche hat in weiten Teilen Indiens, besonders in Gujarat und bei vielen Hindu- und Jain-Gemeinschaften, eine lange Tradition, weshalb Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen in Form von Dal so zentral sind. Welche Gewürzmischung für Garam Masala verwendet wird, unterscheidet sich zudem von Familie zu Familie und von Region zu Region erheblich.

Indien

Naan

[ NAN ]

Ein weiches, leicht luftiges indisches Fladenbrot aus einem mit Joghurt angereicherten Hefeteig, traditionell an der heißen Innenwand eines Tandoor-Lehmofens gebacken, wo es charakteristische dunkle Blasenstellen bekommt.

90 Min Kennt man

Samosa

[ sa· MO ·sa ]

Dreieckige, knusprig frittierte Teigtaschen mit einer würzigen Kartoffel-Erbsen-Füllung, gewürzt mit Kreuzkümmel und Koriander — einer der bekanntesten indischen Snacks, mit historischen Wurzeln, die über den persischen und zentralasiatischen Raum zurückverfolgt werden können.

60 Min Schon mal gehört

Biryani

[ bir· JA ·ni ]

Ein geschichtetes, safranduftendes Reisgericht mit würzig mariniertem Hähnchen, bei dem separat vorgegarter Reis und Fleisch übereinander geschichtet und gemeinsam im geschlossenen Topf fertig gegart werden ("Dum"-Methode) — eines der aufwendigsten und angesehensten Gerichte der indischen Küche.

90 Min Schon mal gehört

Nachgefragt

Häufige Fragen zu Indien

Fragen, die zur Küche dieser Region am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.

Warum schmecken indische Currys so unterschiedlich?

"Curry" ist eigentlich ein Sammelbegriff der Kolonialzeit für sehr unterschiedliche Gewürzsaucen; es gibt kein einheitliches indisches Curry-Rezept. Jede Region und oft jede Familie mischt die eigene Gewürzkombination, weshalb sich etwa ein cremiges nordindisches Korma und ein scharfes südindisches Curry kaum ähneln.

Was bedeutet Jalfrezi eigentlich?

Jalfrezi bezeichnet eine scharf angebratene Zubereitungsart mit Zwiebeln, Chili und Paprika, ursprünglich als Art, übriggebliebenes Fleisch schnell und würzig weiterzuverarbeiten. Paneer Jalfrezi ersetzt das Fleisch durch den milden indischen Frischkäse Paneer, der beim Anbraten seine Form behält, statt wie manche Käsesorten sofort zu schmelzen.

Wo bekomme ich Paneer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?

Paneer gibt es mittlerweile oft in gut sortierten Supermärkten in der Kühlabteilung, sicherer findet man ihn aber in asiatischen beziehungsweise indischen Lebensmittelgeschäften. Alternativ lässt sich Paneer relativ einfach selbst herstellen, indem man Milch mit Zitronensaft oder Essig gerinnen lässt und die Molke abtrennt.

Ist indisches Essen automatisch immer sehr scharf?

Nein, das ist ein verbreitetes Missverständnis. Die Schärfe variiert stark je nach Region und Gericht: Kheera Raita etwa, ein Joghurt-Gurken-Dip, ist bewusst kühlend und mild und dient oft dazu, die Schärfe anderer Currys auf dem Teller auszugleichen, statt selbst für Schärfe zu sorgen.

Ist die indische Küche komplett vegetarisch?

Nein, aber vegetarisches Essen hat in weiten Teilen Indiens eine sehr lange Tradition, besonders in Gujarat und bei vielen religiösen Gemeinschaften. In anderen Regionen, etwa im Punjab oder in Kaschmir, spielt dagegen auch Fleisch eine wichtige Rolle in der Alltagsküche.