Argentinien
Locro
[ lo · kro ]
Locro ist ein sättigender Eintopf aus getrocknetem Mais, Bohnen und Kürbis, der in weiten Teilen der Anden und besonders in Argentinien zuhause ist. Mehrere Fleischsorten wie Schwein, Rind und Chorizo köcheln gemeinsam mit den Hülsenfrüchten stundenlang, bis eine dicke, fast puddingartige Masse entsteht. In Argentinien wird Locro traditionell an nationalen Feiertagen wie dem 25. Mai oder dem 9. Juli gekocht, oft in großen Töpfen für die ganze Familie.
Steckbrief
- Herkunft
- Argentinien
- Exotik
- Nie gehört
- Aufwand
- 180 Min · aufwendig
- Ergibt
- 6 Portionen
- Wo kaufen
- Getrockneter weißer Mais (Maíz para locro/Mote) im lateinamerikanischen Laden — ersatzweise Hominy- bzw. Pozole-Mais aus der Dose verwenden.
- Nährwerte
- ≈ 1030 kcal · 36 g Eiweiß · 71 g Fett · 67 g Kohlenhydrate — pro Portion, geschätzt aus der Zutatenliste, nicht laboranalysiert.
Zubereitung
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Mais und Bohnen getrennt über Nacht in reichlich Wasser einweichen.
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Am nächsten Tag beides abgießen, in einen großen Topf geben und mit frischem Wasser bedeckt aufkochen.
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Schweinefleisch, Rindfleisch und Chorizo zugeben, aufkochen und anschließend bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
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Nach etwa einer Stunde Kürbis und Kartoffeln zugeben, weiterköcheln lassen und gelegentlich umrühren, damit nichts ansetzt.
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Weiterköcheln, bis Mais und Bohnen weich sind und der Eintopf von selbst eindickt, bei Bedarf etwas von der Masse zerdrücken, um mehr Bindung zu erzeugen.
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Für das Topping Zwiebel in Öl anschwitzen und mit Paprikapulver sowie Kreuzkümmel würzen.
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Locro mit Salz und Pfeffer abschmecken, in tiefen Tellern anrichten und mit der Zwiebel-Paprika-Mischung garnieren.
Hintergrund
Warum Locro fast von selbst eindickt
Die charakteristische, puddingartige Konsistenz von Locro entsteht ganz ohne zusätzliches Bindemittel: Getrockneter Mais und Bohnen geben beim langen Köcheln Stärke an die Flüssigkeit ab, während ein Teil der Körner zerfällt und die Brühe eindickt. Wer den Eintopf noch sämiger mag, zerdrückt gegen Ende etwas von der Masse am Topfrand. Genau dieser Prozess braucht Zeit, weshalb Locro traditionell über Stunden bei niedriger Hitze zieht, statt schnell gekocht zu werden, ein Grund, warum das Gericht sich hervorragend für große Familienrunden eignet, bei denen ohnehin Zeit für gemeinsames Kochen bleibt. Serviert wird der Eintopf meist in tiefen Schalen und mit dem Löffel gegessen, da er dafür schlicht zu dickflüssig ist.
Ein Festtagsgericht mit vielen Gesichtern
In Argentinien ist Locro eng mit Nationalfeiertagen verbunden und wird dort oft mit einer Sauce aus angeschwitzter Zwiebel und Paprikapulver getoppt. In den Anden, etwa in Bolivien oder Peru, gibt es eigene Locro-Varianten, die statt Mais und Bohnen häufig Kartoffeln oder Käse in den Vordergrund stellen. Welche Fleischsorten verwendet werden, ist ebenfalls Familiensache: Manche kochen nur mit Rind, andere mit Schwein, Speck oder Wurst, wichtig ist vor allem die lange gemeinsame Garzeit aller Zutaten. Die Kombination aus Mais und Bohnen als Basis reicht kulinarisch weit zurück und verweist auf die vorspanische Küche der Andenregion, lange bevor europäische Zutaten wie Schweinefleisch dazukamen.
Nachgefragt
Häufige Fragen zu Locro
Die Fragen, die zu diesem Gericht am häufigsten gestellt werden — mit kurzen, konkreten Antworten.
Kann ich getrockneten Mais durch Dosenmais ersetzen?
Klassischer Locro-Mais ist ein spezieller getrockneter weißer Mais, der beim Kochen weich und stärkehaltig wird, ersatzweise funktioniert Hominy- bzw. Pozole-Mais aus dem lateinamerikanischen Laden deutlich besser als normaler Dosenmais.
Muss ich Bohnen und Mais wirklich über Nacht einweichen?
Ja, ohne Einweichen bleiben beide deutlich länger hart und die Garzeit verlängert sich erheblich, das Einweichen ist bei getrockneten Hülsenfrüchten und Mais grundsätzlich empfehlenswert.
Welches Fleisch passt zu Locro?
Traditionell werden mehrere Sorten gemischt, oft Schweinefleisch, Rind und eine würzige Wurst wie Chorizo, die genaue Mischung variiert stark von Familie zu Familie.
Warum wird Locro an Feiertagen gegessen?
In Argentinien hat sich Locro als festliches Gericht für gemeinsame Anlässe wie Nationalfeiertage etabliert, unter anderem weil es sich gut in großen Mengen vorbereiten lässt.
Wie lange ist Locro haltbar?
Im Kühlschrank hält sich der Eintopf gut drei Tage, beim Aufwärmen wird er durch die Stärke oft sogar noch etwas dickflüssiger.